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Language:
Deutsch
Stats:
Published:
2023-09-12
Updated:
2026-04-08
Words:
113,353
Chapters:
70/?
Kudos:
7
Bookmarks:
1
Hits:
395

Black Sheeps

Summary:

Man könnte meinen, dass man in seinen letzten Jahren in Hogwarts wichtigeres zu tun hätte, als sich in eine Identitätskrise zu stürzen…
Beispielsweise sich Sorgen machen, wo man hinzieht sobald man sein Elternhaus endlich verlassen darf. Oder sich Sorgen machen, was man mit seinen UTZ nach dem Abschluss und während des Krieges machen könnte.
Doch das gilt nicht für Naaja. In einer Zeit in der die Welt andere Sorgen hat, als verwirrte Teenager in ihrer Hogwartszeit, geht es im Leben von Naaja und ihren Freunden drunter und drüber.

Notes:

Hi ich bin Finja und das hier ist meine allererste FanFiktion an der ich seit August 2021 sitze. Ich habe mich endlich dazu entschieden sie zu veröffentlichen...

Chapter 1: Überraschende Gesellschaft

Notes:

Dies Fanfiktion ist mein Spielplatz. Es ist weder besonders gut noch besonders plotdriven. Es folgt einfach ein paar Charakteren auf ihrem Weg und ich probiere alles aus was ich lustig finde.

Chapter Text

Eigentlich war es ein ganz normaler erster September an dem Naaja sich am Bahnhof Kings Cross aufhielt und doch kam ihr irgendetwas anders vor. Vielleicht wegen der Luft, in der ein Geruch von frisch gebackenen Brezeln hing oder waren es doch nur Naajas neue Bücher, die besonders schwer in ihrem Koffer lagen? Egal was es war, es gab Naaja das Gefühl, dass dieses Schuljahr anders werden sollte.

Freudig atmete Naaja die Bahnhofsluft ein. Ein leises Schnipsen war zu hören, als Holly Naajas Koffer hochschweben ließ, damit Naaja ihn nicht tragen musste. Sie waren gleich auf Gleis Neundreiviertel appariert, denn Naaja wurde von Holly, ihrer Hauselfe gebracht. Und diese sollte schließlich nicht von Muggeln gesehen werden. Fröhlich schlenderte die Elfe neben Naaja her.
Naajas Eltern wussten bis heute nicht, dass ihre Tochter die Hauselfe schon befreit hatte, denn Holly wollte unbedingt bleiben. Sie liebte es, Naaja zu helfen, wo sie nur konnte, und es machte Holly glücklich. Und so war es ihr Geheimnis geblieben. Die Elfe war größer als die meisten ihrer Art und schon etwas älter. Ihre Eltern hatten sie schon lange bevor Naaja auf die Welt kam. Weshalb Naaja mit ihr aufgewachsen war. An nicht gerade wenigen Abenden hatte die Elfe sie ins Bett bringen müssen.

Naaja war es dennoch ein wenig unangenehm von einer Hauselfe zum Bahnhof gebracht zu werden. Jedes andere Kind wurde von seinen Eltern oder von größeren Geschwistern gebracht. Obwohl sie Holly ihren Eltern definitiv vorzog. Denn diese ach so tollen Eltern hatten natürlich genau am ersten September keine Zeit. Wieder irgendein Treffen von dem sie bis gestern Abend nichts erzählt hatten. Aber das war nichts neues für Naaja. Sie wusste nicht warum, aber stören tat es sie kaum noch. Außerdem konnte Naaja so sofort los und musste nicht auf ihre Eltern warten. Ihr Mutter hätte sicher wieder Stunden gebraucht, bis sie ausgehbereit war.
Ihr großer Bruder dagegen war immer noch in der Weltgeschichte unterwegs und wollte erst in einer Woche wieder kommen.
„Zehn-Uhr-zweiundzwanzig. Sie sind sehr früh.“, bemerkte die Elfe. „Ich weiß Holly, aber ich freue mich endlich wieder nach Hogwarts zu dürfen.“, antwortete Naaja wahrheitsgemäß. „Holly wird Miss Naaja vermissen.“, beteuerte die Elfe in der dritten Person, wie sie alle Hauselfen benutzten. „Ich dich auch, Holly. Danke das du mich gebracht hast.“ „Aber das macht Holly doch gerne.“ Die Elfe lächelte Naaja aufmunternd zu.
Naaja winkte ihr noch schnell zu, bevor die Hauselfe disapparierte. Zurück in das viel zu große Haus, in dem Naaja sich gar nicht mehr wohl fühlte. Früher fand sie es toll. Überall waren Verstecke und so hatte sie jahrelang Freude, wenn Holly sie suchen sollte. Doch irgendwann wurde selbst das verspielteste Mädchen zu alt für solche Spielchen und ab irgendeinem Zeitpunkt wurde das Haus zu groß. Es gab zu viele Dinge zu tun und gleichzeitig zu wenig. Zu viele Räume, mit ungemütlicher Einrichtung oder Räume, die einfach nur leer standen. Zu viele Gästezimmer, die zu viel Platz boten für Menschen, die Naaja nicht ausstehen konnte.
Umso mehr freute sie sich auf ihr richtiges Zuhause: Hogwarts.

Mit ihrem Koffer in der Hand stieg sie in den Zug. Alle Abteile, außer eines, waren leer. Wer steht denn auch früh auf, wenn man ausschlafen konnte? Naaja offensichtlich, und der schwarzhaarige Slytherin, der alleine in einem der mittleren Abteile saß. Er schaute abwesend aus dem Fenster auf das Gleis und bemerkte Naaja gar nicht. Naaja kannte ihn, weil er in ihrem Jahrgang war und sie ihn bei den Quidditchspielen in der Mannschaft gesehen hatte. Obwohl er sicher auch schon mal mit ihrem Bruder bei ihnen zuhause war. Seinen Namen wusste sie nicht mehr. Sie hatten seit Jahren keinen Unterricht mehr mit den Slytherins gehabt. Naaja fragte sich, ob sich das dieses Jahr ändern würde. Schließlich hatten sie jetzt andere Stunden wegen ihren bestandenen ZAGs und den abgewählten Kursen.

Naaja entschied sich für eines der letzteren Abteile. Ihren Koffer zog sie mühsam hinter sich her. Langsam bereute sie es, die ganzen Bücher eingepackt zu haben. Manchmal vergaß sie wie schwer Bücher doch sein konnten.
Irgendwann hatte sie es geschafft ihren Koffer auf die Ablage zu hieven. Erschöpft ließ sie sich auf die Sitzbank fallen und legte ihre Beine hoch. „Warum sind diese Ablagen auch so verdammt hoch?“, murmelte sie zu sich selbst.
Gelangweilt blickte sie aus dem Fenster auf den leeren Bahnsteig. Der helle Sandstein strahlte im Sonnenlicht. Es war ein schöner Tag. Einer der letzten sonnigen Tage vor der bevorstehenden Herbstzeit.
Ich könnte mein angefangenes Buch weiterlesen oder zeichnen...‘, dachte sie. Sie entschied sich für letzteres. Schnell holte sie ihren Zeichenblock aus der Vordertasche des Koffers, an die sie zum Glück drankam, ohne den Koffer wieder herunterzuholen. Sie blickte umher. Jetzt gab es nur noch eine Frage: Was sollte sie zeichnen? Alles aus ihrem Kopf hatte sie während der Ferien längst zu Papier gebracht und Naaja wollte nicht die fünfzehnte Lilienblüte malen.

Schon nach kurzer Zeit waren die nächsten pünktlichen Schüler auf dem Bahnsteig. Ein Motiv zum Zeichnen hatte Naaja noch nicht gefunden.
Drei Mädchen umarmten nacheinander ihre Eltern, ein kleiner Junge winkte seiner Schwester zu, die in den Zug einstieg und gerade kamen zwei dunkelhaarige Jungen und eine Frau durch die verzauberte Backsteinmauer: Sirius Black und James Potter aus ihrem Jahrgang. Die Frau war hübsch und fiel Naaja sofort ins Auge. Ihre braunen Wellen lagen auf ihren Schultern und Naaja konnte eine goldene Brosche an ihrem schlicht beigen Hosenanzug entdecken. Leichte Falten zierten ihre gebräunte Haut. Trotzdem sah sie recht jung aus. James hatte exakt dieselbe Haarfarbe und auch ihre Münder ähnelten sich. Vermutlich war sie seine Mutter.
Jedes Detail versuchte Naaja sich auf die Schnelle einzuprägen, damit sie sie so perfekt wie möglich zeichnen konnte. Naaja wusste schließlich nicht, wann sie gehen würde oder ob sie ihrem Sohn noch winken würde, bis der Zug außer Reichweite war, wie es die meisten Eltern von den jüngeren Schülern taten.
Konzentriert setzte sie den Bleistift aufs weiße Papier.

Die Skizze war ihr gut gelungen. Sonst beließ sie es oft bei einer Skizze, doch Naaja beschloss sie weiter zu zeichnen. Ihren alten Block hatte sie in den Ferien vollgemalt. Und so hatte sie sich heimlich, in einem Muggleladen, den sie zu Fuß erreichen konnte, einen neuen gekauft. Glücklicherweise hatte Naaja noch ein wenig des Muggelgeldes, welches sie in der Winkelgasse umgetauscht hatte, unten in einer Schublade gefunden.
Wieder blicke sie auf das Gleis und sah wie Lily Evans sich gerade von ihren Eltern verabschiedete.
Mit einem Blick auf Mrs Potter glich sie die letzten Ungleichheiten an ihre Skizze an, bevor sie begann, die Zeichnung mit jedem Bleistiftstrich realer aussehen zu lassen.

„Hey wie waren deine Ferien? Haben deine Eltern plötzlich Gefühle entwickelt oder sind sie immer noch so unangenehm?“ Naaja schaute von ihrer Zeichnung auf und grinste ihre beste Freundin an. Lily hatte ihre langen roten Haare gelockt und sie fielen ihr wild um das freudige Lächeln. Sie sah mal wieder wunderschön aus.
„Negativ...beides...also naja, so schlecht waren meine Ferien eigentlich nicht, nur ein bisschen langweilig. Ich habe die meiste Zeit gelesen und meinen Zeichenblock vollgekritzelt...aber meine Eltern bleiben halt meine Eltern. Fast jeden Tag war irgendwer zu Besuch. Ich habe mich lieber in mein Zimmer verkrochen. Nur einmal ist dieses eine hübsche Slytherin Mädchen aus unserem Jahrgang in mein Zimmer gekommen, die ist echt richtig nett. Wir haben den gesamten Tag gemeinsam verbracht. Und bei dir? Was ist mit deiner Schwester?“
Von den ständigen Kopfschmerzen, die Naaja seit letztem Jahr immer öfter plagten, erzählte sie erstmal nichts.
„Tja was soll ich sagen...sie hat einen Freund...also schon länger…nicht erst seit den Ferien.“ Das Lächeln der Rothaarigen weichte einer eher genervten Miene.
„Und kennst du ihn? Wie ist er? Ist er nett? Sieht er gut aus?“, fragte Naaja zwinkernd. „Ja, ich kenne ihn und er ist der Albtraum in Person...“ Eine Mischung aus Wut und Arroganz mischte sich in ihrer Stimme. „Okay? Aber er sieht gut aus?“, fragte Naaja vorsichtig. „Nein, definitiv nicht...er schaut so unsympathisch. Er hat sich nicht mal Mühe gegeben mich anzulächeln oder so. Nur bei meinen Eltern schleimt er sich ein. Seine Schleimspur ist beinahe sichtbar.“ Lily verdrehte ihre Augen und Naaja lachte auf.
Diese Unbeschwertheit hatte ihr so gefehlt. Egal was sie sonst sagte, für alles bekam sie strenge Blicke von ihren Eltern. Weshalb sie es vermied, viel in ihrer Gegenwart zu reden, doch hier im Hogwartsexpress, mit ihrer besten Freundin, musste sie sich nicht verstellen.

„Ey Naaja, ist das wieder eine Zeichnung?“ „Ja..., aber noch nicht gucken.“ Schnell drehte Naaja den Block um. „Sie ist noch nicht fertig.“ Lily nickte verständnisvoll und kramte dann ein Buch aus ihrer Handtasche. Ein Krimi von Stephen King wie Naaja auf dem Umschlag lesen konnte. Lily widmete sich ihrem Buch und Naaja zeichnete weiter.

Naaja war fast fertig mit dem Bild. Ein letzter prüfender Blick auf Mrs Potter, die immer noch am Gleis stand, jetzt aber mit einer anderen Frau redete. Eine kleine Änderung an der Nase und ihr Bild war fertig.
„Lily.“ Langsam drehte Naaja ihren Block in Lilys Richtung. Lily saß mit dem Rücken an das milchige Glas gelehnt, wo die Tür des Abteils angrenzte, und streckte ihre Beine auf der Bank aus. Sie wollte gerade etwas sagen, da wurde die Tür aufgeschoben und Sirius Black streckte seinen Kopf ins Abteil: „Ist hier noch Pla- ist das Euphemia?“, entgeistert betrachtet er Naajas Zeichnung. Er wurde von Potter ins Abteil geschoben, dieser kam direkt hinter ihm durch die Tür. „Was ist mit meiner Mum? Oh.“ Auch er schaut überrascht auf das Papier.
„Nein? Hier ist kein Platz.“, antwortete Naaja leicht verwirrt. Lily und sie hatten sich nie besonders gut mit den vier Jungen verstanden, weshalb sie sich wunderte, was plötzlich ihre Intention war.
„Aber jedes andere Abteil ist schon so belegt, dass keine Vier Leute mehr hineinpassen.“, meinte Sirius. „Ist das unser Problem? Dann könnt ihr halt nicht zusammen in ein Abteil.“, trotze Naaja.
Hinter den beiden kamen jetzt auch Lupin und Pettigrew, die anderen beiden Rumtreiber zum Vorschein. Auch sie betrachtete Naajas Zeichnung ausgiebig. „Wir tun euch doch nichts.“, versuchte Peter die Lage zu entspannen. Naaja schaute fragend zu Lily. Diese verdrehte nur genervt die Augen und formte ‚wenn’s seien muss‘ mit ihren Lippen. Seufzend nahm Naaja ihre Beine von der Sitzlehne und die Jungen drängten sich in das Abteil.
„Habt ihr’s bald?“ Rasch verfrachteten die Jungs ihre Koffer auf der Ablage.
„Also was ist das jetzt?“ James, immer noch verwirrt, ließ sich neben Lily auf die Bank fallen. Naaja schmunzelte beim Anblick von dem Missfallen in Lilys Augen. „Ich habe deine Mutter gezeichnet. Ist daran was auszusetzen?“ „Ne, ne, ganz im Gegenteil, das ist krass, aber naja...also ich zeichne nicht einfach irgendwelche Leute...“ „Kannst du wahrscheinlich auch nicht.“ Mit den Worten war das Gespräch für Naaja beendet und sie nahm ihren Bleistift wieder in die Hand. Sie wollte jetzt aus Trotz einen der beiden Idioten zeichnen.

Unbemerkt betrachtete sie Black. Ihn hatte Naaja sich rausgepickt. Er saß genau in ihrem Blickwinkel, neben Potter, auf der gegenüberliegenden Bank, sodass Naaja ihren Kopf nicht auffällig zu ihm hindrehen musste. Unauffällig musterte sie ihn. Sein Gesicht war zu Lupin gedreht, denn Remus erzählte offenbar gerade von seinen Ferien. Sirius nickte immer mal wieder, so stimmte er James zu der danach von seinen und Sirius‘ Ferien erzählte. Zwischendurch ergänzte er etwas.
Eigentlich dachte Naaja, er wäre schon durch mit dem Stimmbruch. Doch war seine Stimme über den Sommer nochmal tiefer geworden.
Schnell konzentrierte Naaja sich wieder auf seine äußeren Merkmale. Das Licht, das durchs Fenster schien, ließ seine Schwarze Lederjacke glänzen. Darunter trug er ein Fan-T-Shirt einer Band namens ACDC. Vermutlich eine Muggelband, denn Naaja kannte sie nicht. Seine schwarzen Haare lockten sich offen um seinen Kopf und um seinen Hals trug er eine silberne Kette, ohne Anhänger.

Während Lily laß und die Jungs sich angeregt unterhielten, zeichnete Naaja Sirius Black. Keiner bemerkte ihre studierenden Blicke zu ihm. Hoffte sie jedenfalls.
Zwischendurch schaute sie zu Lily, doch diese laß immer noch ihr Buch, ohne die Vier auch nur eines einzigen Blickes zu würdigen.
‚Gedankentelepartie wäre jetzt sehr praktisch‘, dachte Naaja. Dann könnte sie sich mit Lily unterhalten ohne, dass die anderen mithören könnten. Denn im Gegensatz zu den Jungen wollte Naaja nicht, dass sie ihre Gespräche mithörten.

Bevor die Mädchen auf wundersame Weise Legilimentik erlernen konnten, öffnete die Süßigkeitenhexe das Abteil und fragte, ob sie etwas haben wollten. Schnell packte Naaja ihren Block und den Stift zur Seite und kaufte sich zwei Lakritzzauberstäbe, eine Kürbispastete und zwei Schokofrösche.
Naajas Blick fiel auf Lily und auch sie guckt Naaja an. Naaja reichte ihrer Freundin die Lakritze, bevor sie sich wieder in die Polster fallen ließ. Eilig öffnete Naaja ihren ersten Schokofrosch. Wie jedes Zaubererkind sammelte auch sie die fünfeckigen Karten.
„Und wen hast du?“, fragte Pettigrew interessiert. „Montague Knightley...den habe ich schon.“ „Mir fehlen noch 14 Karten und du ziehst eine die ich noch nicht hab“ Potter schaute Naaja fasziniert an oder besser gesagt die Karte, die sie in der Hand hielt. „Du kannst sie haben, ich habe die Karte ja schon.“ Mit einem gezielten Wurf warf sie Knightley zu ihm rüber. Geschickt fing er ihn auf. „Danke!“ Begeistert steckte er die Karte ein.
Naaja stopfte sich die Schokolade in den Mund. Nach Naajas Meinung waren Schokofrösche die leckersten Süßigkeiten von allen. Sie öffnete ihre zweite Karte: „Newton Artemis Fido Lurch Scamander -also der hat einen langen Namen- Autor von unserem Pflege Schulbuch. Die habe ich noch nicht“ Zufrieden mit ihrer Ausbeute widmete Naaja sich wieder ihrer Zeichnung.
Nur noch der letzte Feinschliff. Stolz betrachtete sie schon ihre zweite Zeichnung des heutigen Tages. Der neue Skizzenblock hatte sich jetzt schon gelohnt.

Schon bald kam der Zug in Hogsmeade an. Die Umhänge hatten sie schon angezogen. Ohne die Koffer verließen sie den Zug. Diese wurden, wie immer, wortwörtlich durch Zauberhand in die Zimmer gebracht.
Naajas Zeichensachen hatte sie wieder sicher in der Fronttasche verstaut. Lily zog sie nun zu einer halb vollen pferdelosen Kutsche. Noch bevor Naaja wusste wer drinnen saß, trat Lily schon auf die kleine Stufe und zog sie mit rein. Und wie es nicht anders kommen konnte, waren die beiden natürlich in eine Kutsche voller Slytherins gelangt.

Zu Naajas Erstaunen, sagte keiner von ihnen auch nur ein Wort zu ihr oder Lily. Nur ihre Abschätzigen, Slytherin-typischen-Blicke huschten an Lily und Naaja hoch und runter.
Dass die Schlangen Naaja nicht kannten, verwunderte sie ein bisschen. Doch war es schon logisch. Meistens, wenn Besuch kam, versteckte sie sich in ihrem Zimmer, um sich nicht mit den Gästen unterhalten zu müssen. Ihre Eltern billigten das Verhalten nur mit ihren typisch abschätzigen Blicken.
Vermutlich kannten die Slytherins Naajas Eltern und ihren Namen, aber hatten Naaja noch nie gesehen. Ihr kamen die Schüler auch nicht bekannt vor. Allerdings konnte Naaja mit Sicherheit sagen, dass sie alle aus Reinblutfamilien kamen. Ihre Haltung war eine völlig andere als die von den meisten Slytherin-Halbblütern. Viel manierlicher und um einiges arroganter.
Lily ignorierte sie getrost und schaute gerade an ihnen vorbei aus dem Fenster.

Jetzt saßen Lily und Naaja am Gryffindor Tisch ganz vorne, mit einem perfekten Blick auf den Stuhl mit dem Sprechenden Hut. Alle Erstklässler wurden, nach und nach in ihre Häuser sortiert. Die meisten schienen relativ zufrieden mit dem Ergebnis. Nur ein kleiner blonder Junge, ging mehr als ängstlich an den Tisch der applaudierenden Slytherins.
Gryffindor bekam genau sieben neue Schüler. Während Slytherin ganze achtzehn abstauben konnte. Da Lily Vertrauensschülerin war, musste sie die neuen Schüler zum Gemeinschaftsraum bringen. Bevor Dumbledore seine Rede halten konnte, wollte sie schon los, um vor der Halle zu warten. Da Naaja auch schon mit Essen fertig war und der Schulleiter die wichtigen Dinge schon gesagt hatte, begleitete sie ihre Freundin. Remus Lupin, der andere Vertrauensschüler blieb, um auch den letzten nach dem Essen das neue Passwort zu sagen. Gemeinsam brachten sie die Erstklässler zum Portrait.

„Seifenblasen...“ Das Portrait der fetten Dame schwang zur Seite und die Schüler betraten staunend den Gryffindor Gemeinschaftsraum. Naaja konnte sich noch genau an den Moment erinnern, als sie an der Stelle der Kleinen stand. Die verschiedenen Sessel und Tische machten den Raum gemütlich. Auf einigen lagen alte Zauberschachbretter ohne Figuren, die jemand vor den Ferien vergessen hatte. Auf dem Holzboden waren mehrere Teppiche drapiert. Allein schon auf diesen konnte man entspannt sitzen. Zusätzlich die großen Fenster mit den transparenten Gardinen, durch die man das gesamte Schlossgelände überblicken konnte. Ein wunderbarer Ort wie Naaja fand, nur leider meistens viel zu voll.

„Wie ihr hoffentlich gehört habt ist das Passwort ‚Seifenblasen‘, bitte merkt euch das, sonst kann es vorkommen, dass ihr auch im Gang schlafen müsst. Meine liebe Freundin Naaja hier, ist zwar öfters länger draußen und könnte euch helfen, doch würde ich nicht darauf vertrauen, dass sie das Passwort weiß.“ Mit einer Hand zeigte Lily auf Naaja, diese dankte ihr lachend.
Es stimmte, schon mehrmals war sie nicht in ihr Bett gekommen, weil sie das Passwort nicht wusste. Meistens kamen zum Glück doch noch andere Schüler oder ihr fiel das Passwort wieder ein.
Nur einmal hatte Naaja es gar nicht erst zum Portrait geschafft.
An dem Abend laß sie in ihrer Lieblingsfensterniesche, eine mit Kissen ausgelegte Fensterbank mit Blick auf die Peitschende Weide. Als sie schlafen gehen wollte, wurde alles schwarz und sie wurde bewusstlos. Wie sie im Krankenflügel gelandet war, konnte sie sich bis heute nicht erklären.
Nachdem Lily den Kleinen dann auch noch ihre Schlafsäle gezeigt hatte, verkrochen die Mädels sich in ihr eigenes Zimmer. Sie hatten ab diesem Jahr größere Zimmer und waren nur noch zu dritt statt zu fünft in einem Raum.

„Das eben war die Rache für die Sache im Zug“, entschied Lily, während sie sich auf das neue Doppelbett fallen ließ. „Hä?“ „Du weißt genau, dass ich die Jungs nicht ausstehen kann, und du hast sie trotzdem ins Abteil gelassen.“ Lily war zwar nicht wirklich wütend auf Naaja, aber die Verärgerung war nicht zu übersehen.
„‘tschuldigung, ich war ja auch verwirrt. Sonst konnten die Vier mich nicht ausstehen. Dass sie freiwillig mit mir eine siebenstündige Zugfahrt verbringen wollen, ist mir halt neu.“, verteidigte sie sich. „Seit wann mögen sie dich nicht?“ Es war offensichtlich das ihre Aussage neu für Lily war. Das wiederum verwirrte Naaja: „Hä weißt du das nicht?“ „Wie’s scheint nicht“ „Zweites Jahr, Mittagessen, Black hat mich Todesserin genannt-“ „Du? Eine von dem dessen Namen nicht genannt werden darf? Das ich nicht lache. Du bist die letzte, die sich ihm anschließen würde und im zweiten Schuljahr? Direkt ins Gesicht gesagt? oh man...“, unterbrach Lily sie.
„Eigentlich hat er nicht mit mir geredet, also er hat mit Potter geredet, über mich und ja. Eventuelle hatte ich ein Wasserglas in Reichweite...“ Lily fing an zu lachen. „Du bist echt nicht zu übertreffen. Aber, wenn dich das so verwirrt, hättest du doch auch einfach fragen können...naja...komm. Lass wieder in den Gemeinschaftsraum gehen.“
Gesagt getan, keine Minute später saßen beide auf den Sesseln vor dem Kamin und quatschten ausgiebig über die Ferien.

„Hey…“ „REMUS...erschreck uns doch nicht so“ „‘tschuldige, ich wollte nur sagen, dass wohl bei der Treppe zu Mugglekunde und Arithmantik eine Stufe kaputt ist und wir aufpassen sollen. Und hier sind eure Stundenpläne“ Die beiden Mädchen bedankten sich und Lily lud Remus ein sich zu ihnen zu setzten.
„Klar, aber Lupin ist in Ordnung.“, neckte Naaja ihre Freundin „Du weißt genau das wir schon ewig zusammen lernen.“ „Schokolade?“, fragte Remus ohne auf die beiden einzugehen. „Dazu sage ich nicht nein.“
Nach einem Blick auf ihren Stundenplan stellte Naaja fest, dass sie dieses Jahr Verwandlung mit Ravenclaw und Zaubertränke mit Slytherin hatten. In den letzten Jahren hatten sie letzteres immer mit den Hufflepuffs gehabt und die Slytherins waren ihnen in den letzten zwei Jahren ganz erspart worden.
„Na, das kann ja witzig werden.“, murmelte Lily, die den Mitschülerwechsel auch gesehen hatte.

Während des folgenden Gesprächs stellte sich raus, dass Naaja einen Geheimgang zu Mugglekunde kannte der Remus noch nie aufgefallen war. Kurzerhand überzeugte er sie, in einer morgigen Freistunde, ihm diesen zu zeigen.
Die Drei unterhielten sich so lange bis Remus‘ Freunde kamen. Er verabschiedete sich und folgte ihnen in ihren eigenen Schlafsaal.

„Irgendwie habe ich große Lust durch das Schloss zu schlendern.“ Lily drehte sich zu Naaja und sah sie fragend an. „Glaubst du ich sag dazu nein?“ fragte diese.
Ihren Zedernholzzauberstab nutzte Naaja, genau wie Lily, um sich selbst mit einem losen Dutt die Haare aus dem Gesicht zu halten.
Naaja wollte schon öfter ihre bis über die Brust langen Haare kürzer schneiden, aber der Zauberstab war in ihren Haaren am besten verstaut. Sie befürchtete ihn nicht mehr in ihre Haare zu bekommen, wenn sie zu kurz wären.

Die beiden Gryffindors gingen die große Treppe zum Eingangsbereich runter. Auch ein wunderschöner Ort in Hogwarts. Durch die hohen Fenster schien die Abendsonne auf den Kronleuchter in der Mitte der Halle. Ähnlich wie bei einer Discokugel, wurde das Licht von den vielen Kristallen an die Wände gespiegelt.
Plötzlich trübte sich Lilys Blick: „Ich habe Alice noch gar nicht gesehen.“ „Quatsch. Hast du sie nicht beim Essen bemerkt? Du bist wirklich unaufmerksam.“, tadelte Naaja sie. „Alice ist mit Longbottom und Parker in die Halle gekommen.“, beruhigte sie Lily.
„Ich habe ja dich. Du hast einfach ein Auge für sowas.“ „Das ist eigentlich nur Training. Meine Eltern sagen mir ja immer erst in den letzten drei Minuten, wo sie hinmüssen, da habe ich mir halt angewöhnt auf Details zu achten.“, erklärte Naaja ihr.
Schweigend liefen sie weiter durch die Korridore. Das war keine peinliche Stille und auch keine wo alle beteiligten verzweifelt nach einem Thema suchten. Nein, sie hingen einfach ihren eigenen Gedanken hinterher. Allein diese Stille war was besonders. Eine weitere Sache, die Naaja bei ihren Eltern nicht hatte. Dort hatte sie keine Person mehr mit der sie abhängen konnte.
Früher, als Andromeda noch zu den Treffen ihrer Eltern kam, konnte Naaja mit ihr reden. Und das hübsche Mädchen, welches einfach in ihr Zimmer gekommen war, war bisher auch nur einmal da gewesen.
Um kurz vor Zehn gingen sie zurück zum Gryffindorturm, um schlafen zu gehen. Ziemlich früh für ihre Verhältnisse. Doch war Zug fahren einfach anstrengend.
Die fette Dame genoss gerade einen Rotwein als Lily und Naaja zu dem Portrait kamen. „Seifenblasen.“ Lily nannte das Passwort und die Dame schwang samt Weinglas zur Seite und kleckerte dabei fast auf ihr helles Kleid. „Könnt ihr Schüler nicht einfach mal früher in den Gemeinschaftsraum gehen. Ich verschütte immer meinen tollen Wein.“, beschwerte sich das Portrait. Die beiden Mädchen ignorierten die Dame und grinsten sich nur an.
Alice, ihre andere Zimmergenossin war noch mit Frank Longbottom, einem Gryffindor im Siebten Jahrgang, und ein paar anderen im Gemeinschaftsraum, doch Naaja war total müde und Lily wollte auch nicht mehr quatschen, also machten sie sich beide Bettfertig.
„Gute Nacht, Lily.“ „Gute Nacht, schlaf gut.“ „Du auch.“ Mit diesen Worten wickelte Naaja sich in ihre Decke und schlief ein. Das Alice erst gegen eins hoch kam bemerkte Naaja schon nicht mehr.