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Language:
Deutsch
Series:
Part 14 of FF.de Material
Stats:
Published:
2003-04-03
Words:
11,255
Chapters:
1/1
Hits:
2

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Summary:

ich glaube das war die erste Fanfic die ich je geschrieben habe, dementsprechend schlecht ist sie
Published on: 2003-04-03

Work Text:

Nervös hibbelte ich vor dem Telefon herum. „Wann ruft er den an. Nu mach schon!“ grummelte ich vor mich hin. DA! Endlich! Ich hob ab. „JA!“ - „Hi, Hier ist Dirk!“ – „Ach so.“ Entnervt starrte ich die Wand an. Eigentlich wartete ich auf einen Anruf von Philipp. „Naja Bambo, Fürsti, Schirmi und so geben heut ne Fete im Club. Willst du auch kommen?“ fragte er zögerlich, weil ihm mein ruppiger Unterton nicht entgangen war. „Mal sehen!“ – „OK, bis nachher.“ Ich legte auf. Eigentlich wollte ich Dirk nicht enttäuschen, aber ich wusste nicht wie ich mich entscheiden sollte. Da klingelte es wieder. „Philipp?“ - „Hy, na mein Sandylein, du bring mich nicht um, aber ich kann heut nicht kommen.“ – „Oh...!“mehr brachte ich nicht heraus. „Bitte nicht traurig sein, Kleines!“ – „Mmmh!“ - „Bitte!“ – „Is Ok, hab dich lieb. Bye.“ Na toll kein Philipp. Gefrustet ging ich duschen. Ich beschloss, heute doch auf die Party zu gehen. Lange würde ich eh nicht bleiben, denn für mich stand morgen das TR Konzert in Berlin auf dem Plan. Ich hatte mich schon so lange drauf gefreut. Nachdem ich all meine Klamotten zusammen gesucht hatte stylte ich mich noch ein bisschen und los ging’s. Als ich an kam war noch tote Hose. Ich stellte noch mal fest ob auch alles da saß wo es hingehörte und da beugte sich auch schon Dirk aus dem Fenster. „Sandy du heiße Schnitte komm rein.“ Also ging ich rein. Dirk musste auch immer so übertreiben. Er stellte mir ein Bier vor die Nase. „wir trinken auf Freundschaft!“ Dagegen hatte ich nichts. Das Küsschen landete dann auf meiner Wange. Erst lümmelten wir alle rum doch nach und nach kamen immer mehr Leute. Die meisten kannte ich nicht. Es müssen wohl so an die 60 Mann gewesen sein, die sich in unseren kleinen Club drängten. Aus Langeweile unterhielt ich mich ein bisschen mit Steffi. Irgendwie kamen wir auf das Thema Jungs. Aus Geigel sagte ich dann: „Rennen hier nicht auch paar gut aussehende Typen rum.“ und sie meinte geheimnisvoll: „Ich arrangier ma was.“ Sie stand auf und ging.

Auf der Tanzfläche war nix los und Steffi hatte sich auch nicht mehr bei mir gemeldet.. Also entschied ich mich nach Hause zu gehen. Als ich an meinem Fahrrad angekommen war, musste ich feststellen, dass einer der Suffies mir die Luft runtergelassen hatte. Deshalb musste ich nach Hause schieben.

Ich hörte es neben mir rascheln. Erschrocken blieb ich stehen....

Vor mir taumelte Nico auf die Straße. Er war ein Jahr jünger als ich, ein totales Arschloch und zu diesem Zeitpunkt sturzbesoffen. „Sandy, du Schlampe, willst du etwa schon nach Hause!“ lallte er mir entgegen. „Lass mich in Ruhe!“ Ich wollte weiter gehen, doch er kam mir hinterher und stellte sich mir in den Weg. „Komm schon da drüben is ein Busch da kannst es mir mal besorgen!“ lallte er weiter während er mein Fahrrad mit seinem Bier voll schmaderte. „HAU AB! DU WIDERST MICH AN!!!“ schrie ich. Doch er lies mich nicht in Ruhe. Er packte meinen Arm. „FASS MICH NICHT AN!!!“ schrie ich weiter, denn ich hatte genug von ihm und wollte nur noch nach hause. Da er mich nicht vorbei lies, kehrte ich um und ging zurück. Ich machte mich auf den Weg zu Bambo, er sollte Nico mal die Livitten lesen. Dazu musste ich mich schon wieder durch den überfüllten Raum quetschen, weil Bambo hinten beim DJ stand. Auf einmal kippte mir einer sein Bier in den Ausschnitt. Was sollte das denn schon wieder! Dachte ich mir. Dieser hässliche Typ grinste mich versaut an und wollte mir an die Oberweite gehen. Wütend schrie ich ihn an, so laut das sich alle nach mir umdrehten. „DENK NICHT MAL DRAN!!!“ und rotzte ihm ins Gesicht.

Ich rannte raus. Im Flur riss mich jemand herum. Es war Stephan die Type mit dem Piercing, die mich schon den ganzen Abend lang beobachtete. Er öffnete die Tür zum Klo und schob mich dort rein. Hinter sich schloss er die Tür ab und grinste mich schelmisch an. „Was wird den das, wenn ich mal fragen darf!“ meinte ich genervt. Wirst du schon früh genug sehen. Er zog mich an sich ran. Was wollte der den von mir. Ich wehrte mich. Ich bin doch hier nicht die Straßennutte vom Dienst, selbst wenn mein Ausschnitt etwas tiefer als sonst ist. Seine Hände hielten mich wie in einem Schraubstock gefangen. „Blas mir einen!“ meinte er. „Wie bitte?!“ Ich schaute ihn entsetzt an. „Bist du noch ganz dicht!“ Ich trat ihm gegen’s Schienbein. Ich rannte zur Tür doch er zog mich an den Haaren zurück. „Wenn ich sage du schluckst, dann schluckst du Dreckstück, kapiert!!!“ sagte er mit drohendem Unterton zu mir. Ich versuchte ihm in die Eier zu treten, doch er drehte mich immer so zu sich, dass das unmöglich war. Er drückte mich gegen die Wand. Ich versuchte um Hilfe zu schreien, doch die Musik war eh zu laut als das es jemand gehört hätte. Er zwang mich auf die Knie. „Mach gefälligst was ich dir sage!“ fuhr er mich an. Ich rutschte zwischen seinen Beinen durch und verkroch mich in die nächste Ecke. Wieder kam er auf mich zu. Er war besoffen, ich roch es an seinem Atem und wütender als vorher. Er zeriss mein Oberteil und schlug mir ins Gesicht als er mich hoch zerrte.

„Du willst nicht. Dann werd ich dir mal zeigen was Gehorsam ist!“ schrie er mich an. Seine Hände machten sich an meinem Busen und meiner Hose zu schaffen. Ich heulte, zappelte und trat um mich, doch er nahm sich was er wollte. Damit ich nicht mehr schreien konnte hielt er mir den Mund zu. Ich biss ihn doch das nützte nichts, dafür schlug er mir nur noch einmal ins Gesicht. Der Schlag war so stark gewesen, das es meinen Kopf gegen die Wand schleuderte. Als ich nicht aufhörte gegen ihn zu kämpfen, trat er mir in den Magen. Ich hatte aufgehört zu zappeln. Ich keuchte, da ich mit diesem Tritt nicht gerechnet hatte. Als meine Hose in Fetzen auf dem Boden lag lies ich es einfach über mich ergehen. Als er fertig war zog er sich an und verlies mit einem breiten Grinsen das Klo.

Ich sackte in der Ecke zusammen und fing an zu flennen. Ich wusste das ich nichts dafür konnte, doch mein Kopf trichterte mir immer wieder das Gegenteil ein. Der Druck und die Last des Geschehenen machten mich fertig. Nach einer Weile steckte Ella den Kopf zur Tür herein. Sie schaute mich komisch an und ging wieder raus. Ich lief raus und wollte nur noch weg. Ohne Fahrrad schlurfte ich geschwächt die Straße entlang. Ich hörte wieder Schritte hinter mir. Mich überkam die Angst, dass es Stephan sein könnte und ich fing wieder an zu rennen. „Warte doch, ich tu dir nichts!“ rief mir eine fremde Stimme hinterher. In diesem Moment verließen mich die Kräfte und ich brach zusammen. Ich blieb auf dem kalten Asphalt liegen. Ich konnte mich nicht mehr bewegen, so gelähmt war ich vor Angst.

Es hatte angefangen zu regnen und der Regen vermischte sich mit meinen Tränen. Ich hörte wie die Person, welche mich verfolgt hatte, anfing zu rennen. Im nächsten Moment schlossen sich zwei starke Arme um mich und hielten mich fest. Langsam redete er auf mich ein. „Nicht weinen ganz ruhig.“ Er wiegte mich hin und her. Ich schaute auf. Und sah in zwei tiefgrüne Augen. Mir war es erst mal egal wer da vor mir kniete. Ich blieb einfach liegen und genoss den Trost, den mir dieser nette Typ gab. Da es arschkalt wurde und ich noch immer schwach war, hob er mich auf. „Komm erst mal mit.“ Ich lies ihn mal machen, mir war es ehrlich gesagt total egal, wo ich hinging. Für mich war sowieso alles zusammengebrochen. Er trug mich zu einem Bus, der gar nicht weit entfernt stand. Dort setzte er mich auf ein Sofa. Er reichte mir eine Decke und nahm mich in den Arm. Er fragte nicht danach. Was passiert war, er schien es sich denken zu können. Erst versuchte er mich von meinen Horrorgedanken abzulenken. Er fing an mich alles mögliche zu fragen. ‚Wie heißt du? Wie alt bist du’ und sonne Sachen halt. Nur stotternd konnte ich ihm folgen und antworten. „Sandy.“ War das einzige was ich rausbrachte. Ich fing wieder an zu zittern. Er hörte auf zu fragen und lies mich einfach erst mal in Ruhe. Irgendwann war ich dann wohl eingeschlafen. Denn als ich aufwachte lag ich auf dem Sofa. Um mich herum war es noch dunkel und ich hörte das sich im hinteren Teil zwei unterhielten. Durch das leichte ruckeln, bemerkte ich ,dass wir fuhren. Es war besser so dachte ich. Nach diesem schrecklichen Abend, wollte ich nur noch weg. Ich versuchte wieder einzuschlafen aber es war unmöglich. Immer wieder stiegen die Bilder dieses ekelhaften Kerls vor meinem inneren Auge auf. Wie er mich angrinste und was danach passiert war. Ich wusste nicht mehr weiter. Ein kleines Licht ging an und jemand kam vor zu mir. Erst jetzt sah ich die Federn in seinem Haar und wusste, dass das nur Lauri sein konnte. Er setzte sich zu mir. Ich konnte ihm nicht in die Augen sehn ich würde nie mehr einer männlichen Person in die Augen sehn können. „Geht’s dir besser?“ fragte er leise. Er schien selber zu wissen, was das für eine dämliche Frage war aber er stellte sie trotzdem. „Geht so.“ Eigentlich war es gelogen, Ich fühlte mich dreckig, benutzt und einfach nur schrecklich. „Was willst du jetzt eigentlich machen?“ fragte er mich. „Ich weis es nicht. Ich will gar nichts mehr, ich will nur noch vergessen!“ Mir stiegen wieder die Tränen in die Augen. „Willst du reden?“ fragte er mich. „Ach Lauri ich weis gar nicht mehr was ich denken soll.“ Sagte ich verzweifelt. Jetzt kam Eero vor. Mit ihm hatte er sich also unterhalten. Er strahlte eine Ruhe aus, das ich große Augen machte. Er schien für mich wie ein Engel. „willst du mit Eero reden?“ fragte Lauri. Ohne lange zu überlegen war ich aufgestanden und folgte Eero nach hinten. Wir starrten uns gegenseitig in die Augen. Ohne ein Wort zu sprechen schienen wir zu kommunizieren. Es war ein kribbeln am ganzen Körper, als wenn Eero alle meine Schmerzen und Ängste darin lesen konnte. Wir mussten ewig so da gesessen haben und Eero schien zu verstehen. Er schüttelte nur mit dem Kopf und zog mich zu sich ran „Ich werde auf dich aufpassen.“ Sagte er mit tiefer Stimme.

Als wir am nächsten Morgen in Berlin ankamen, schliefen wir alle noch. Gegen Mittag zog ein herrlicher Kaffeeduft durch den Bus. Aki war aufgestanden und hatte Kaffee gekocht. Er rüttelte mich an der Schulter. Ich zuckte zusammen und öffnete die Augen. Er setzte ein missglücktes Lächeln auf. „Tut mir Leid Sandy“ Er schaute auf seine Schuhe. Es war ihm irgendwie peinlich. „Schon gut, du kannst ja nichts dafür.“ Sagte ich. „Mach dir keinen Kopf drüber.“ Sagte Aki mit entschuldigendem Lächeln. Wir gingen nach vorn und frühstückten. Die Jungs berichteten mir was heut noch so anlag und versuchten mich auf andere Gedanken zu bringen. Pauli war der einzige, der sich aus dem Gespräch etwas heraus hielt. Ich machte mir Gedanken darüber, was ihn wohl beschäftigte nur um nicht an den gestrigen Abend zu denken. An die Folgen wollt ich erst gar nicht denken.

Wir machten einen Zwischenstopp und Pauli stieg aus. „Geh mal kurz frische Luft schnappen.“ Sagte er abwesend. Ich hatte mich hingelegt um noch etwas zu schlafen. Über mir klimperte Lauri auf seiner Mandoline rum. „Du Lauri?“ - „Jo“ – „Wie bereitest du dich eigentlich auf die Show vor?“ fragte ich ihn, da mir doch nicht nach schlafen war, weil ich die ganze Nacht Alpträume hatte. „Naja so wie immer...stylen, simsen, rauchen.“ sagte er grinsend zu mir. „Ach so.“ - „Kommst du mit aufs Konzert?“ – „Klar, ich wollte sowieso da hin.“ – „Und warum?“ fragte er interessiert. „Na weil der Ticketpreis so billig is!“ sagte ich um ihn zu ärgern. „Nee Spaß bei Seite ich bin auch bloß Fan.“ Gab ich zu. Es war mir peinlich hier zu sitzen und mit Lauri zu reden als wären wir die besten Freunde und mir wäre nie etwas passiert. Lauri schien das zu merken. Er kam runter und setzte sich neben mich. „Willst du reden?“ fragte er mit fesselndem Blick. „Ich kann einfach nicht drüber reden.“ Sagte ich und schaute ihn enttäuscht an. „Ich versteh dich.“ Er legte sein Kinn auf meinen Kopf. Ich heulte ihm sein ganzes Shirt voll, genauso wie gestern und er tröstete mich.“ Am besten du schläfst erst mal. Meinte er. „Aber ich kann nicht schlafen, sein Gesicht taucht immer wieder auf und erinnert mich daran!“ - „Is gut, ich glaub wir gehen auch mal frische Luft schnappen.“ Sagte er. Wir gingen raus und wanderten ein bisschen umher. An der Tankstelle ging ich noch mal auf die Toilette. Lauri wartete auf mich. Er hörte mich schreien. Entsetzt schaute er die Tür an.....

„Scheiße was geht da ab!“ murmelte Lauri. Er hatte Angst um mich, doch er konnte ja nicht einfach so in die Damentoilette reinspazieren. „Egal.“ Entschied er und riss die Tür auf. Er sah mich an der Wand zusammengesunken sitzen. Vor mir stand ein Kerl. Lauri riss ihn an der Schulter herum und verpasste ihm eine. „Verpiss dich und lass meine Freundin in Ruhe!!!“ fuhr er ihn an. Hatte ich gerade richtig gehört doch, ich war noch so geschockt, dass ich den Gedanken gleich wieder verwarf. Lauri zog mich hoch und brachte mich zurück zum Bus. Als die andren mein verheultes Face sahen schauten sie Lauri fragend an. Er schüttelte den Kopf in ihre Richtung und brachte mich zu meinem Bett. Er legte mich hin und setzte sich im Schneidersitz vor mich hin. Er schaute mir geradewegs ins Gesicht. „Ich glaub jetzt musst du mir doch sagen was los war.“ Meinte er zögernd. Heulend und schniefend erzählte ich ihm, was im Club vorgefallen war und das der Kerl auf dem Klo Stephan gewesen war. Er hielt die Luft an. Er hatte mit allem gerechnet, aber damit nicht. Er nahm meine Hand und nickte mir verstehend und aufmunternd zu. „Lauri ich hab Angst, er hat gesagt er findet mich überall.“ Brachte ich nach einer Weile des Schweigens heraus. Auf einmal meldete sich Eero zu Wort. Er hatte die ganze Zeit hinter dem Vorhang gesessen und zugehört. Wir hatten ihn nicht bemerkt. „Ich glaub du solltest dir erst mal Sorgen darum machen wie es mit deiner Gesundheit steht Sandy!“ meinte er. Ich sah Eero entsetzt an. „Ich weis, das ist jetzt nicht gerade passend, aber ich glaub es ist doch besser wenn du erst mal zum Arzt gehst.“ Sagte er freundlich lächelnd. „Eero, die Folgen sind mir im Moment scheiß egal, ich hab Angst vor ihm“ sagte ich außer mir. Lauri drückte mich zurück in die Kissen. „Ganz ruhig!“ Wenn du dich jetzt aufregst, bringt dir das auch nichts.“ Sagte er beruhigend. Eero kam auf mich zu. Er nahm mich in den Arm. „Ich versteh dich ja!“ sagte er. „Eero...Eero es tut mir Leid..“ brachte ich raus.....

„Is ja schon gut. Ich kann mir denken wie schwer das für dich ist.“ Sagte er. Ich blieb einfach liegen. Dieser eine Satz huschte mir immer wieder durch den Kopf. Was Eero wohl damit gemeint hatte. Bei mir drehte sich alles, einen richtigen klaren Gedanken konnte ich nicht fassen. Das ich früher oder später zum Arzt gehen musste , wusste ich ganz genau, doch es schüttelte mich, wenn ich daran dachte, was das Ergebnis sein könnte. Verwirrt und konfus stieg ich aus , als wir am Hotel angekommen waren.

Wir hatten unsere Sachen verstaut. Eero und Lauri saßen unten in der Lobby und ließen den üblichen Kram über sich ergehen. Aki war in der Columbiahalle und beaufsichtigte den Bühnenaufbau, da er Angst um sein schönes Drumkit hatte. Pauli hockte in seinem Zimmer und ich hatte mich dazu durchgerungen zum Arzt zu gehen. Nachdem ich mir eine Stunde lang den Arsch platt gesessen hatte und mich mit dem üblichen Krims Krams bedudeln lassen durfte, sagte mir der Arzt endlich die Untersuchungsergebnisse. Als er beim wichtigsten angekommen war, saß ich wie festgenagelt und verkrampft auf dem Stuhl. „Sie sind...“ er machte eine Pause. Nu spucks endlich aus du Arsch. „...nicht schwanger!“ Oh ja ich hätte ihn umarmen können für diesen Satz. Ich hatte also noch mal Glück gehabt. Freudig verlies ich die Praxis von diesem Quacksalber. Ich machte mich auf den direkten Weg zum Hotel. Als ich an einem Schaufenster vorbei kam, blieb ich stehen. Ich stand dort wie eingefroren und starrte es an. In der Spiegelung sah ich IHN. Ich drehte mich um und fing an zu rennen. Ich stürzte ins Hotel wie ein gehetztes Tier und flüchtete in mein Zimmer. Ich verriegelte die Tür und lies mich dagegen sinken. Wie im Wahn spielte sich die ganze gestrige Nacht und die Szene auf der Toilette vor meinem inneren Auge noch einmal ab. Ich bekam Kopfschmerzen und dachte mein Kopf würde zerspringen. Ich stürzte mich aufs Bett und brach in Tränen aus. Leise vernahm ich ein Klopfen an der Tür. Ich antwortete nicht. Vor der Tür stand Pauli. Er hatte mich durch die Lobby rennen sehn. „Sandy, mach auf!“ sagte er mit Ruhe um seine eigene Aufregung zu verbergen.

Keine Antwort. Er wusste ganz genau was Sache war, denn er hatte Eero und Lauri im Bus über sie sprechen gehört. Lauri hatte auch gesagt, das es besser wäre sie nicht zu oft alleine zu lassen, weil sie sich dann vielleicht verletzen würde. Nach Lauris Beschreibung müssen ihre Arme furchtbar ausgesehen haben, als er sie fand. Pauli schien zu ahnen, dass sie das jetzt bestimmt gerade wieder tat oder zumindest es versuchte. Er lief zur Rezeption und sagte einfach er habe seinen Schlüssel drinnen vergessen. Man händigte ihm den Schlüssel gleich aus. Schnell lief er zurück. Hektisch öffnete er meine Tür. Er blieb stehen. „Sandy?“ Er konnte mich nicht sehn, ich hatte mich in meinem Himmelbett verkrochen so gut es ging, damit mich niemand sah. Er kam rein und schaute sich um. Das kleine Kneul auf dem Bett, sah er dann doch. Er setzte sich zu mir und zog die Decke weg. „Hey, was is los? Du sollst doch nicht immer Scheiße bauen.” Sagte er einfühlsam. Ich blieb liegen. „Geh weg.“ Brachte ich heraus. Ich wollte allein sein. „Nee, tue ich nicht, du sagst mir jetzt was Sache is.“ Protestierte er. Er zog mich zu sich ran, schaute mir tief in die Augen und strich mir übers Haar. „Los, sag es mir schon. Du kannst nicht immer alles in dich reinfressen“ sagte er verständnisvoll. „Du hörst dich schon an wie meine Mutter, ihr habt doch alle keine Ahnung!!!“ fuhr ich ihn an. Das tat mir im nächsten Moment schon wieder Leid. Pauli war aber nicht so leicht aus der Ruhe zu bringen. „Wenn du uns alles verschweigst, können wir dir nicht helfen.“ Sagte er ernst. „Seh ich aus wie ein Buch, ihr sollt nicht immer alle alles wissen. Und selbst wenn du mir zuhören würdest, könntest du mir eh nicht helfen.“ Sagte ich mit den Tränen kämpfend. „Sch.. sch.. reg dich doch nicht so auf.“ Sagte er. Ich legte meinen Kopf an seine Brust.

Nach einer Weile durchbrach ich die bleierne Stille. „Du?“ - „Mmmh?“ fragte Pauli. „Ach nix..“ sagte ich. „Ich hab dir doch gerade etwas gesagt oder..“ meinte Pauli ernst. „Ich war beim Arzt!“ sagte ich. „Und..?“ fragte Pauli weiter. „Ich hab Glück gehabt. Aber...“ ich brach ab. „Was aber?“ wollte Pauli wissen. Er drehte mich so, dass er mir in die Augen sehen konnte. „Er war da, ich hab ihn gesehen, er beobachtet mich und verfolgt mich.“ Sagte ich mit zitternder Stimme. „das war also, der Grund, warum du vorhin so gerannt bist, oder?“ fragte er nach. „Ja.“ Gab ich zu. „Kleines, eins sag ich dir, so lange du bei uns bist, wird dir nichts mehr passieren, wir passen auf dich auf.“ Sagte Pauli ernst. „Das hat Eero auch schon gesagt.“ Schluchzte ich mit an seiner Schulter gelehntem Kopf. „Nicht mehr weinen, du hast schon so viele Tränen vergossen, meinst du nicht auch, dass deine Augen und deine Seele genug geweint haben.“ Sagte Pauli liebevoll. Ich nickte monoton. „Na siehst du.“ Meinte er und drückte mich ganz dolle an sich. Das Pauli etwas rundlicher ist störte mich in diesem Moment überhaupt nicht. Er war wie in großer Teddybär.

Ich ging mit in sein Zimmer. Wir setzten uns aufs Bett und Pauli zog seine Akkustikgitarre hervor. Er spielte die ersten Takte von ‚Chill’. Ich lies mich neben ihn fallen. Mein Kopf lehnte an seinen Füßen.

Ich träumte vor mich hin. Alles um mich herum hatte ich vergessen, ich schien auf der Musik davon zu schwimmen. Meine Gedanken drifteten ab. Lauris Bild tauchte auf. In Gedanken lächelte ich, doch nach einiger Zeit verschwamm es und begann sich zu verzerren. Mit einem mal waren es nicht mehr Lauris grüne Augen sondern das abscheuliche Gesicht von Stephan. Geschockt fuhr ich auf. Ich war allein und lag auf Paulis Bett. Irritiert schaute ich mich um. Wo ist er den hin? Da entdeckte ich einen Zettel auf dem Nachttisch. ‚Sind zur Halle gefahren, das Konzert fängt um 19 Uhr an. Komm vorher in den Backstagebereich, der Pass liegt in deinem Zimmer. Wir haben dich lieb.’

Ich stand auf, wie konnte ich das bloß vergessen. Ich hüpfte schnell unter die Dusche und machte mich fertig. Dann schnappte ich mir den Pass und rannte in die Lobby. Ich schmiss meinen Schlüssel der Rezeptionistin zu und schrie nach dem nächsten Taxi. Atemlos kam ich vor der Halle an. Die gute Frage war jetzt nur noch wo bitte schön is der Backstagebereich und wie soll ich da rein kommen. Entnervt zwängte ich mich durch die Kreischiemassen. Ich hielt dem Secruityguard meinen Pass unter die Nase und er zog mich raus. Langsam öffnete er eine Nebentür und schob mich rein. Also drin war ich schon mal, dachte ich. So langsam bin ich echt am verzweifeln überall nur Türen ohne Schild und endlose Gänge. Ehe ich die Jungs gefunden habe würde es schon Winter sein *g* Ich lies mich auf das nächstbeste Sofa sinken und versank in meinen Tagträumen. Alles war so surreal ob ich die ganze Sache nicht wirklich nur träumte. Mein Verstand fing an zu zweifeln doch irgendwie wusste ich, dass das nicht so sein konnte. Ich fing an ‚Going under’ von Evanescene vor mir her zu singen. So scheiße ich die Sängerin auch fand, doch mit ihrer Engelsstimme gab sie all meine Gedanken und Gefühlen einen Namen, genauso wie Lauri es tat.

‚... I’d reached the bottom I’m dying again I’m going under Drowning in you I’m falling forever I’ve got to break through I’m going under’

Jemand tippte mich an. Ich öffnete meine Augen wieder und vor mir stand Lauri. Er grinste. „Gehst du wirklich unter?“ fragte er dann etwas neugierig. „Sometimes.“ Sagte ich. Wie ich jetzt ins englische abrutschen konnte wusste ich selbst nicht. Ich starrte an Lauri vorbei. Auf einmal schämte ich mich dafür ihm so viel Sorgen bereitet zu haben. „Wir müssen gleich on Stage willst du mitkommen und auf der Bühne sitzen oder dich lieber von den Kreischies zerquetschen lassen?“ fragte er mich. Ich schaute zu ihm auf. „Das erste wäre dann doch besser.“ Sagte ich, endlich mal lächelnd. Ich fühlte mich sehr zu ihm hingezogen, ich wusste nur nicht in welcher Form. Genauso erging es mir wenn ich mit Aki oder Eero allein war. Wir schlenderten zur Bühne. Eero schaute etwas verdutzt, als wir da so Hand in Hand ankamen und Aki schaute eher verletzt. Hatte ich doch wieder alles kaputt gemacht. Diese Frage kreiselte mir während des Konzerts andauernd im Kopf herum. Nach dem das Gekreische aufgehört hatte, was mich halb taub gemacht hatte. schrieen die Kiddis nun nach Zugabe. Pauli ging zurück zu seiner Gitarre und spielte ‚Funeral Song’ an. Nun konnte ich nicht mehr. Die Tränen flossen meine Wangen hinab. Während der Performance beugte Lauri sich zu mir herunter und wischte mit seinem Daumen über meine Wange. Sachte schüttelte er den Kopf in meine Richtung als er bei ‚I made you mine’ angelangt war. Ich stand auf und ging zu Paulis Kabine. Bei ihm war ich mir sicher. Er war für mich so was wie mein großer Bruder, mein Beschützer. Nach noch einer Zugabe kam Pauli rein. Er lächelte geschafft als er mich da so gedankenverloren sitzen sah. Ich schaute aus dem Fenster. Meine Stimme war monoton als ich Pauli danach fragte wie lange sie noch hier sein würden. „Wir sind immer bei dir.“ Sagte er „Aber wie denn! Ihr müsst zurück nach Finnland und ich muss hier in Deutschland bleiben. Meine Eltern würden mich nie gehen lassen!“ ich zog die Knie an und legte meinen Kopf drauf. Pauli kam zu mir. Wie ein kleines Kind wiegte er mich in seinen starken, großen Armen hin und her. „Warum kommst du nicht einfach mit?“ sagte Pauli. „Und was is dann, dann kriegen euch die Bullen wegen Entführung dran.“ Schluchzte ich. „Ach Quatsch! Die gehen uns nicht an die Wäsche.“ Pauli drückte mich noch mal. „Ich glaub es ist besser wenn ich gehe.“ Sagte ich. Ohne mich von den anderen zu verabschieden ging ich raus auf die Straße. Ich schlug den Weg zum Hotel ein. Verwirrt stürzte ich mich nach einem halb gelaufenen, halb geranntem Weg in mein Hotelzimmer. Diesmal schloss ich nicht ab. Die Gedanken an Stephan waren wie weggeblasen. Ich ging unter die Dusche. Ohne mich zu entkleiden setzte ich mich rein und lies das heiße Wasser über meinen Körper rennen. Das Bad war mit weißem Nebel gefüllt. Ich wollte mit meinen Gedanken wieder klar werden, da zog jemand die Tür der Dusche beiseite. Ich dachte es wäre Aki oder Lauri aber als mich eine Hand in die Höhe zog. Grinste mir Stephan ins Gesicht. Ich hielt die Luft an....

 

Mir wurde übel vor Angst und meine Kehle war wie zugeschnürt. Kratzig brachte ich heraus: „Was willst du?“ Meine Augen huschten hin und her, doch es fand sich nirgendwo etwas, dass ich ihm über die Rübe hätte ziehen können. Wieder hatte er dieses perverse Grinsen im Face. „Na was denn wohl?“ Sagte er spöttisch. „Hast du Angst, du weißt doch ganz genau was ich will.“ sprach er weiter. Sein Gesicht war dem meinen so nahe, das sein Piercing mir die Lippe aufriss. „Nein, ich weis nur eins du sollst sie in Ruhe lassen!!!“ kam es von hinten. In windeseile hatte Lauri ihm die Arme auf den Rücken gedreht und schob ihn vor sich her. Bis runter in die Lobby, wo er ihn mit einem Grinsen Aki überlies, welcher ihm mit Freuden, so derbe in den Arsch trat, das er förmlich aus dem Hotel flog.

Eero hatte mich derweil auf einen Stuhl gesetzt und versuchte mich zu beruhigen. Ich war so geschockt, das ich nur noch wirres Zeug brabbelte. Beruhigend strich er mir über den Rücken.

„Warum bist du überhaupt so früh gegangen?“ fragte er. „ich wollt zurück. Es hat ja eh keinen Sinn, ihr fahrt morgen nach Finnland und ich werde hier bleiben müssen.“

Ich heulte mich an Eeros Schulter gelehnt aus. Ich erzählte ihm all meine Zweifel. Irgendwie war ich mir sicher, das ich das richtige tat. „Wir werden dich mitnehmen, egal wer was dagegen hat!“ sagte Lauri der wieder im Türrahmen stand. „Es hat doch keinen Sinn dich hier zu lassen, so lange dieser irre Kerl noch frei rumläuft.“ Sagte er. Eero nickte ihm zu und gab ihm Recht. „Meinst du nicht auch, dass es besser wäre, immerhin sind wir die nächsten Monate eh im Studio um das neue Album aufzunehmen“ fragte Eero mich. „Ich weiß es nicht.“ Brachte ich hervor. Doch die anderen nahmen mir die Wahl ab. Schon am nächsten Tag saßen wir alle im Flugzeug auf dem Weg nach Helsinki.

Am morgen war ich noch zusammen mit Aki zur Polizei gegangen. Wir hatten meine Pässe und Dokumente ändern lassen, so das ich nun eine neu Heimat und einen neuen Namen habe. Aki hatte mich dann noch dazu gebracht Stephan anzuzeigen, sodass ich keine Angst haben musste, dass er mir folgte.

Ich lehnte mich ans Fenster und versuchte zu schlafen, doch irgendwie klappte das nicht. Aki ging es genauso. Der Rest jedoch lag in tiefen Träumen. Eero hatte sich an mich gelehnt und so langsam aber sicher wurde er mir ein bisschen zu schwer. Ich schenkte Aki ein schiefes Grinsen und deutete mit einem nicken auf Eero. Daraufhin stand Aki auf und pflanzte sich genau zwischen mich und Eero. Dabei schubste er ihn vom Sitz. Doch das schien ihn gar nicht zu stören. Seelenruhig schlief er weiter. Durch das Plopp was Eero bei seiner Landung verursacht hatte, wurden die anderen wach und wir lachten uns schief über Eeros dümmliches Gesicht als dieser aufwachte. „Wie? Was?“ er schaute uns verwirrt an. Doch dann schien er zu begreifen und lachte mit. Lauri drehte sich zu mir um und in seinen Augen konnte man sehen, dass er glücklich war mich mal lachen zu sehen. Aki war vom Lachen so müde geworden, das er an mich gelehnt eingepennt war. Da die anderen immer noch hundemüde waren und wir noch 2 Stunden Flug vor uns hatten dusselten wir alle noch mal ein. Im Schlaf hatte Aki meine Hand ergriffen. Ich bemerkte es kaum, genoss diese kleine Berührung jedoch trotzdem.

 

Schlagartig wurden wir alle wach, als unser Flugzeug durch ein sehr tiefes Luftloch musste. Lauri und Pauli wurden so zusammen geschubst, das sie mit den Köpfen gegeneinander knallten. Beide saßen dümmlich grinsend nebeneinander und rieben sich die Stirn. „Aua, oh man so ein Arsch von Pilot.“ maulte Lauri. Doch Pauli war da anderer Meinung. „ich würde eher sagen Herr Ylönen hat nen ganz schön dicken Schädel.“ Sagte er grummelnd. Eero , der sonst ehr ruhig war, musste auch sein Kommentar ablassen. „Tja Pauli daran erkennt man wer stur ist.“ Sagte dieser stichelnd mit Seitenblick auf Lauri. Schmollend verzog sich dieser wo anders hin. Das sich du Jungs ab und zu so beharkten war mir neu. Aki schaute mich an und rollte mit den Augen. Ich tat es ihm gleich. Ich stand auf und ging zu Lauri. „Warte ich komm mit!“ rief Aki mir hinterher. „ich muss eh aufs Klo.“ Bei dieser Bemerkung konnte ich mir das Grinsen nicht verkneifen. „Aber natürlich doch!“ Das Stück zur Toilette gingen wir gemeinsam, dann ging ich allein weiter zu Lauri. Neben ihm war noch ein Platz frei und ich lies mich neben ihm nieder. Etwas niedergeschlagen schaute er aus dem Fenster. „Eh?“ ich sprach ihn an. Ohne mich zu ende sprechen zu lasen, zog er mich zu sich und gab mir einen Kuss. Total überrumpelt machte ich mich frei. Ich war sprachlos. Damit hatte ich jetzt nicht gerechnet. „Lauri.“ Ich fing an zu stottern....

Er legte mir den Finger auf die Lippen und deutete mir somit an, dass ich nichts sagen sollte. Ich wusste nichts mehr. Das war jetzt so plötzlich gewesen, dass mein ganzes Gehirn leer gefegt war und nur noch der Kuss von Lauri darin festgehalten worden war. „Ich hab dich so gern, schon seit dem ich dich das erste mal gesehn hab“ sagte er und küsste mich wieder. Diesmal konnte ich nicht anders und erwiderte den Kuss.

Die Zeit schien still zu stehen. Nichts anderes hatte mehr eine Bedeutung. Wir hatten alles um uns herum vergessen. Mein Herz schlug so schnell wie noch nie. ‚Konnte das sein. Konnte es wirklich möglich sein, das ich mich in Lauri verliebt habe?’ Schoss es mir durch den Kopf. Erst als Aki mich an der Hand wegzog öffnete ich meine Augen. Als sich meine Lippen von Lauri seinen lösten schlug er ebenfalls die Augen auf und schaute verdattert Aki an, welcher mich nun hinter sich her zog. Verwirrt fing ich an zu strampeln. „Was soll das!“ sagte ich zu Aki. Dieser drehte mich an die Wand und schaute mir ins Gesicht. Eine Träne lief seine Wange herunter. „Weißt du eigentlich, was du mir damit angetan hast?“ Sagte er flüsternd zu mir. „Aber...aber..“ Nun war ich komplett konfus. Das konnte doch nicht wahr sein. Hatten sich jetzt etwa zwei Kerle gleichzeitig in mich verknallt. „ Sag mir warum du das gemacht hast.“ Meinte er mit Nachdruck. Doch antworten konnte ich nicht mehr, denn in diesem Augenblick forderte der Pilot die Passagiere auf sich auf ihre Plätze zu begeben und sich anzuschnallen.

 

Da hatte ich ja noch mal Glück gehabt, denn in diesem Augenblick wäre für mich so eine Entscheidung nicht möglich gewesen. Als wir landeten war die Stimmung gedrückt. Wartend standen wir an den Gepäckbändern. Keiner traute sich den Mund auf zumachen. Aki schaute Lauri die ganze Zeit giftig an und Lauri ignorierte ihn. Eero sah meinen verzweifelten Gesichtsausdruck und Warf mir ein Kopfschütteln zu. Pauli bemerkte gar nichts von all dem, weil er schon wieder genüsslich am mampfen war.

Als erstes setzten wir Aki ab. Eero und Pauli verließen als nächstes das Taxi. Traurig blickte ich ihnen hinterher. Die beiden verschwanden in ihre WG. Ich, so hatten sie beschlossen, sollte bei Lauri bleiben. Das, dass dem Aki jetzt bestimmt gar nicht mehr in den Kram passte konnte ich mir denken. Als wir dann als letztes aus dem Taxi stiegen, standen wir vor einem kleinen Loft am Hafen. Von außen wäre man nie auf die Idee gekommen, das dort jemand wie Lauri wohnte, denn zu dieser Uhrzeit tummelten sich zum Glück keine Kreischies vor seiner Wohnungstür. Er hievte unsere Koffer aus dem Kofferraum und zog mich hinter sich her zur Wohnungstür. Er schloss auf und machte eine einladende Handbewegung. Das Loft entpuppte sich als eine riesige 4 Zimmerwohnung. Es war einfach toll. Sein Schlafzimmer war gleich links von mir. Eine Küche gab es nicht. Eine riesige Stehbar trennte das Wohnzimmer von einer Art nennen wir es mal Arbeitsraum. Das Bad lag rechts von mir. Sonderlich groß war es nicht, doch dafür war Lauris Schlafzimmer einfach atemberaubend. Ein großes weißes Doppelbett, fast so groß wie ein Himmelbett, stand mitten im Zimmer. Die Fenster waren mit schwarzen Vorhängen versehen. Im Wohnzimmer stand eine riesige weiße Couch, über ihr befand sich ein Flammengraffiti. Es war einfach genial. Die Stehbar hatte einfach alles was man brauchte. Die „Küchenschränke“ waren schwarz und hatten teilweise weiße Milchglastüren. Die Arbeitsplatte bestand aus schwarzem Massivholz. Um die Bar herum standen ein paar Stühle. Es war einfach großartig. Sein Arbeitszimmer war ziemlich leer. Es lag viel Equipment rum und in der Ecke stand ein Schreibtisch mit einem gemütlichen Ledersessel davor. Der Fußboden war über und über mit CDs bedeckt. Im Flur lehnte noch sein BMX.

Ich war einfach nur sprachlos. Ich stand da mitten in seinem Reich und dann auch noch mit offenem Mund. Zärtlich nahm er meinen Unterkiefer und klappte mir den Mund wieder zu. Er hatte ein etwas dümmliches Grinsen im Gesicht und schien sich regelrecht darüber zu freuen, das ich hier rumstand als hätte man mir den Saft abgestellt. „So großartig is es doch nu auch wieder nicht.“ Sagte er glucksend. Es war als hätte er mich jetzt erst wieder in die Wirklichkeit zurück geholt. „Oh sorry, aber es ist einfach so überwältigend“ stammelte ich. „Schon gut Mary.“ Ja ihr habt richtig gehört mein neuer Name war Mary. Und ehrlich gesagt hatte ihn Lauri ausgesucht. Mary Kalapinnen. Jetzt musste ich grinsen. „Dein Geschmack ist einfach genial.“ Sagte ich. „Naja.... !“ Ich schien ihn verlegen zu machen, denn er lenkte vom Thema ab. „Wie spät ist es eigentlich?“ fragte er mich. Verdutzt über diese unpassende Frage schaute ich auf meine Uhr. „Jetzt haben wir’s....Boah schon so spät!!!“ entfuhr es mir. „Schöne Uhrzeit! Wie spät is es denn nu ?“ fragte er mich noch mal mit nem Grinsen von einem Ohr zum anderen. „Naja laut meiner Uhr haben wir’s jetzt halb eins nachts.“ Sagte ich. Nun war es Lauri dem ein „oh!“ entrutschte. „Höchste Zeit sich ins Bett zu packen! Da haben wir jetzt nur noch ein Problem. Ich hab nur eine Decke.“ Sagte er. Na toll! Dachte ich. „Hast du ein Problem mit mir in einem Bett zu schlafen?“ fragte er etwas zähneknirschend, denn ihm schien die ganze Sache doch auch nicht ganz geheuer. Doch hatte er da ganz andere Zweifel als ich. ‚Hoffentlich kann ich meine Finger von ihr lassen’ - ‚Hoffentlich schnarcht er nicht’ – ‚Hoffentlich tritt sie mich im Schlaf nicht wo hin’ - ‚Hoffentlich fängt er nicht an im schlaf zu quatschen oder zu stöhnen’ So hingen wir kurz unseren Gedanken nach bis ich die Stille durchbrach. „Na dann ab in die Federn!“ Ich angelte ich ein T-Shirt aus meinem Koffer und streifte es über. Ich kroch ins Bett. Lauri machte das Licht aus und zog sich aus. Ehrlich gesagt wollte ich gar nicht wissen wie seine Boxershorts aussehen würden. Doch da der Mond zum Fenster herein schien blieb mir der Anblick von Boxershorts wo in Großen Lettern überall Fick me und Fuck you drauf stand nicht erspart. Er zog die Vorhänge zu und legte sich hin. Ich merkte, das ich beim einschlafen die Beine anzog und dabei seine Zehen entlang strich. Neben mir grummelte er ein bisschen. Wie konnte er nur so schnell einschlafen fragte ich mich. Nach einer Stunde wurde es mir zu bunt. Ich stupste ihn in die Rippen. Mit einem Schlag wurde er wach. „wie? Wo? Was?“ verschlafen sah er mich an. „Zieh mir nicht andauernd die Decke weg!“ knurrte ich gereizt. „Sorry!“ er drehte sich wieder um und schlief weiter. Wichser! Ich stand auf und ging aufs Sofa. Schlief ich eben ohne Decke. Ich holte meine Jacke und deckte mich damit zu.

Jemand rüttelte mich an der Schulter. „Aufstehen Mary!“ sagte Lauri zu mir. Verschlafen öffnete ich meine Augen. Da steht er nun putzmunter und hält mir ne Tasse Kaffe unter die Nase. „Morgen.“ Gähnte ich ihm ins Gesicht. „Warum pennst du hier auf dem Sofa?“ fragte er. Das traute er sich auch noch zu fragen. Als ich antworten wollte entfuhr mir ein großer Nieser. „hast dir was weggeholt?“ fragte er besorgt. „Hoff ich nicht. Und was das schlafen angeht, du hast mir ständig die Decke weggezogen.“ Sagte ich beleidigt. „Oh das tut mir leid.“ Er schien betroffen zu sein. „Keine Sorge ich trag’s dir nicht nach.“ - „Na dann is ja gut.“ Meinte er beruhigt. Ich nahm die Tasse Kaffee entgegen und ging mich dann umziehen. Es klingelte an der Tür. Fertig angezogen steckte ich den Kopf aus dem Schlafzimmer. „Gehst du mal bitte?“ rief Lauri aus dem Bad. „Klar.“ Ich öffnete. Ich war überrascht, vor mir stand Aki. „Morgen!“ sagte er und drückte mir nen Kuss auf den Mund ehe ich protestieren konnte. Er zog mich an sich. In diesem Moment schaute Lauri aus dem Bad. Er war verletzt das merkte ich. Langsam drückte ich ihn von mir weg. „Aki das geht nicht.“ – „Aber ...“ er wollte protestieren. Ich lief an ihm vorbei. Raus! Ich lief in Richtung Stadt. Wo ich hin wollte wusste ich selbst nicht. Irgendwann stand ich dann vor Paulis und Eeros Haustür. Ich klingelte. Ein verschlafener Pauli öffnete mir. „Hää?“ Er sah mich irritiert an. „Mary? Oder träum ich.“ Ich warf mich in seine Arme. „Hey? Was is denn?“ Er nahm mich mit rein und schloss die Tür. Wir gingen zum Sofa. Wie ein nasser Sandsack plumpste ich drauf und vergrub mein Gesicht an Paulis Schulter. Nachdem ich eine Weile nur geheult hatte, hob er mein Kinn. „Hey nu is aber ma gut, nicht? Was is den los, dass du so traurig bist? “ Wollte er wissen. „Ach Pauli, der Lauri und der Aki. Die machen mich total konfus. Ich weis nicht mehr was ich machen soll. Der Aki stand vorhin vor der Tür und hat mich geküsst und Lauri war darauf ganz verletzt weil im Flugzeug hat er das ja auch gemacht.“ Schluchzte ich. „Wenn das so weiter geht schlagen die sich noch um mich und ich weiß nicht was ich machen soll. Ich will doch eure Band nicht kaputt machen“ Pauli nahm mich in den Arm und murmelte mir die Antwort ins Ohr. „Am besten ist es, wenn du erst mal mit deinen eigenen Gefühlen ins reine kommst. So lange du selber nicht weißt für wenn der beiden dein Herz schlägt. Kann ich dir leider nicht helfen.“ Seufzte er. Nun kam Eero aus dem Bad geschlurft. Noch ziemlich verschlafen aber angezogen. „Morgähn! Was is den los.“ fragte er. „Ach nichts!“ winkte ich ab. „Du Pauli? Ich geh mal wieder.“ Sagte ich. Ehrlich gesagt war ich enttäuscht das mir keiner helfen konnte aber insgeheim hatte Pauli ja Recht. So lange ich nicht selber wusste für wen der beiden ich mehr empfand, konnten sie auch nichts tun.“ Etwas geknickt lief ich durch die Straßen. Die ganzen Leute um mich herum nahm ich gar nicht war, so in Gedanken versunken war ich. Als ich am Hafen angekommen war setzte ich mich auf ein Pier (für alle die nicht wissen was das ist, = Schiffsanlegeplatz). Verträumt und mir das Hirn zermarternd schaute ich aufs Meer. Hier oben in Finnland war es ganz schön kalt, deshalb zog ich meine Jacke noch etwas fester um mich.

Jemand zog mich auf die Beine. Ich drehte mich um und Aki schaute mich an. Er hatte einen richtigen Hundblick drauf. „Jetzt nicht.“ Sagte ich wirsch und setzte mich wieder hin. „Ich muss wirklich mit dir reden.“ Beteuerte er.“ Meine Güte hast du Tomaten in den Ohren oder was! JETZT NICHT!!!“: Fuhr ich ihn an. Ich drehte mich um und rannte weg. Leider übersah ich ein kaputtes Brett des Piers und legte mich einmal derbe auf die Fresse. So viel hielt das Pier dann doch nicht aus und ich brach ein. Hilfe suchend hielt ich mich am Rand fest. Der Rest meines Körpers war schon in den eisigen Fluten. Ein anlegendes Schiff verursachte so einen starken Sog das es drohte mich mit reinzuziehen. Ich schrie nach Aki. Dieser war auch gleich danach bei mir und versuchte mich wieder hoch zu ziehen. „Aki halt mich fest ich kann nicht mehr.“ Keuchte ich geschafft und den Tränen nahe. Aki gab sich alle Mühe doch alleine schaffte er es nicht. Das Wasser hatte sich in Sekundenschnelle in meine Klamotten gesogen und drohte mich mit deren Gewicht nach unten zu ziehen. Aki hielt mittlerweile nur noch meine Hände. Das kalte Wasser erschwerte mir das atmen. Es begann sich langsam alles um mich herum zu drehen. Ich hörte Aki ein letztes Mal um Hilfe schreien ehe ich bewusstlos wurde. Endlich kam ein Fischer angerannt. Er hatte Akis Rufe gehört. Gemeinsam zogen sie mich aus dem Wasser. Aki bedankte sich schnell und rannte so schnell er konnte zu Lauris Wohnung. Diese lag zum Glück nicht weit weg. Lauri hatte starr vor Schreck in der Tür gestanden. Er war sprachlos und konnte es nicht ganz begreifen was eben passiert war. Aki stürmte ins Bad und setzte mich in Lauris Badewanne, welche zum Glück noch voll mit warmen Wasser war, da Lauri kurz zuvor erst gebadet hatte. Blind vor Sorge riss Aki mir die Klamotten vom Leib. Wie ich aussah war ihm egal. Nachdem sich meine Lippen von blau nun allmählich wieder normal färbten hob er mich raus und packte mich aufs Sofa. Eingehüllt in Lauris warme Bettdecke und gewärmt von heißem Tee, welchen Lauri mir eingetrichtert hatte. Kam ich langsam wieder zur Besinnung.

„Aki? Lauri?“ Ich öffnete meine Augen. Meine Zähne schlugen noch immer auf einander. Beide saßen neben mir und schauten besorgt auf mich herab. Eero und Pauli saßen mir gegenüber. Alle schienen sehr froh mich wieder bei Bewusstsein zu sehen. Aki und Lauri knuddelten mich beide erst mal ordentlich durch, so das die Kälte nach einer Weile aus meinem Körper entschwand. Ich war froh, dass alle da waren. Aki und der Fischer hatten mir das Leben gerettet. Ich schaute zu ihnen auf. Beide grinsten freudig von einem Ohr zum andern. „Habt ihr euch vertragen?“ fragte ich die beiden flüsternd. Daraufhin drückten mir beide gleichzeitig nen Kuss auf die Backe. „Wir haben dich beide lieb egal wenn du nimmst“ sagten sie wie aus einem Mund. Ich musste unwillkürlich lächeln. Eigentlich war es das erste echte Lächeln was ich seit der Begegnung mit den Jungs von mir gab. Ich war mir sicher das Pauli mein Knuddelbär mal wieder getratscht hatte aber das war mir im Moment egal. Ich konnte ihn zu nichts zwingen. Schließlich soll er nicht an meinen Problemen zerbrechen wie ich es tat. Ich war noch ziemlich erschöpft und duselte nach kurzer Zeit wieder ein. An Aki gelehnt umfassten mich meine Träume. Als erstes sah ich nichts nur Schwärze um mich herum. Nach einer Weile erschien Akis Gesicht vor mir. Er schien mir etwas sagen zu wollen, doch ich verstand kein Wort. Als nächstes erschien Lauris Gesicht. Ich war geschockt, es war nicht der fröhliche und aufgeweckte Lauri der mich anblickte, sondern ein Lauri der furchtbar aussah. Seine Haare waren blutverkrustet und um seinen Hals herum verlief ein dünner langer Schnitt. Das weiß in deinen Augen war gelblich verfärbt und sein Mund schien um Hilfe zu schreien. Schweißgebadet schreckte ich auf. Aki war verschwunden und die anderen auch. Vor der Tür hörte ich Kampfgeräusch. Ich bekam tierische Angst. Sollte mein Traum eine Art Vorahnung gewesen sein.

Ich grabschte mir meine Klamotten die ordentlich zusammen gelegt neben mir lagen und raste zur Tür. Ich riss sie auf und sah ein Kneul auf dem Boden. Ich erkannte diese grässliche Stimme sofort wieder. Dann sah ich das Messer. Stephan versuchte Lauri umzubringen. Er war wie von Sinnen. Lauri umkrallte Stephans Hand und versuchte das Messer von sich weg zu drücken. Stephan schrie ihm irgendwas ins Gesicht. Ich nahm seine Worte unklar wahr. Er brabbelte etwas von ‚ Sie ist meine Nutte und du verreckst ehe du sie bekommst.’ Ich war total verwirrt und stand dort in der Tür. Neben mir stand nichts. Meine Gedanken rasten . ‚Hier muss doch irgendwo was sein......’ Ich rannte hektisch zur Stehbar und zog ein Küchenmesser aus der Schublade und stürzte zurück nach draußen. Ich rannte auf Stephan zu und ehe ich mich versah hatte ich ihm die Kehle durchgeschnitten. „Mary!“ Ich lies das Messer fallen und stürzte auf die Knie. Das Blut lief über den Asphalt. Er lag vor mir und röchelte. Nur noch kurz. Seine letzten Worte waren: „Verrecke du altes Miststück.“ Ich legte mich lang als ich versuchte aufzustehen.

Auf den Knien robbte ich von seiner Leiche weg. Sein Blut klebte an meinen Händen. Verzweifelt blieb ich liegen. Lauri kam zu mir und zog mich von ihm weg. Weinend lag ich in seinen Armen. „Was hab ich getan....Ich bin eine Mörderin...“ schluchzte ich, mit in seinem Bauch vergrabene Gesicht. „Sch.... du kannst nichts dafür.“ Lauri strich mir über den Rücken. Er kramte sein Telefon heraus und rief die Polizei. Er erzählte ihnen, das Stephan ihn überfallen hatte und versucht hatte ihn zu erstechen. Als die Polizei dann nach dem Grund für seinen Tod fragte, erklärte er ihnen die Lage und die Polizei bestätigte ihm, dass es sich bei meinem Handeln um Notwehr handelte. Ich bekam somit keine Klage an den Hals. Von diesen ganzen ‚Verhandlungen’ bekam ich nichts mit. Eero war wieder gekommen und hatte mich ins Bett gebracht, dort lag ich nun in einem unruhigen Schlaf. Eero hielt meine Hand. Für kurze Zeit redete ich im Schlaf. Eero merkte sich das gesagte, bat Aki auf mich aufzupassen und ging zu Lauri. Dieser saß mit seiner 8 Tasse Kaffe am Couchtisch. Der Schreck stand ihm noch ins Gesicht geschrieben. „Lauri...?“ fragte Eero vorsichtig. “Mmmh?” – „Sie hat was komisches gesagt im Schlaf.“ Fing Eero an. Lauri war hellhörig geworden. Er sah auf. „Was denn?“ fragte er mit einem Stirnrunzeln zurück. Eero setzte sich zu ihm und begann zu erzählen. „Ehrlich gesagt fällt mir das jetzt schwer, weil es so verwirrend war....“ begann er. „Nu sag schon, ich sitz hier wie auf heißen Kohlen!“ entfuhr es Lauri. Eeros Augen weiteten sich. Er war es eigentlich gewohnt, dass Lauri ab und zu mal austickte aber in so einem Augenblick wie gerade war es dann doch ungewöhnlich. Er setzte zu einer Antwort an. Er hatte noch nicht einmal einen Buchstaben gesagt, da stürmte Aki ins Zimmer. Sie sahen ihn irritiert an. Er war total durch den Wind. „Sie ... sie ..“ er stotterte. „Ganz ruhig und langsam ..........Was ist mit ihr?“ fragte Eero dann doch etwas drängend. Aki schien sich wieder gefangen zu haben. „Sie....sie hat was furchtbares gesagt und...“ weiter kam er nicht, denn Lauri sprang auf. „Leute ich halt’s nicht aus. Ihr kriegt euch nicht ein. Ich geh zu Pauli vielleicht kann er mir sagen, was ihr mir hier versucht zu erzählen, denn immerhin ist er ihr bester Freund und wenn es so schrecklich ist, müsste er der erste sein, der es weiß.“ Sagte Lauri genervt. Mit diesem ‚Ausbruch’ machte Lauri sich von der ganzen Angespanntheit frei, welche ihn in den letzten Stunden gefangen gehalten hatte. Er wusste einfach, dass er sie liebte. Er hatte sich schreckliche Sorgen gemacht, als er ihr bläuliches, lebloses Gesicht gesehen hatte. Lauri riss seine Jacke von der Garderobe und entschwand. Eero wartete bis Aki sich wieder beruhigt hatte und fragte ihn noch mal danach, was Mary gesagt hatte. „Sie hat auf einmal angefangen ganz leise um Hilfe zu schreien und hat gesagt jemand solle sie in Ruhe lassen. Sie hat angefangen zu zappeln und um sich zu schlagen und war dann wieder ganz ruhig gewesen. Doch kurz darauf hat sie gewimmert und hat etwas gebrabbelt von er solle aufhören sie zu schlagen und sie hätte doch alles richtig gemacht. Ich hatte erst gedacht, dass das jetzt alles war, doch dann hat sie gewimmert und gestottert er solle sie nicht einschließen..“ Es war richtig grusselig. Ich war der Meinung sie träumt doch, dass hat sich so real angehört.“ Sagte Aki. Er hatte seinen Kopf in den Nacken gelegt und betrachtete die Decke. Nun war Eero verblüfft. Er sah Aki an und sagte dann: „Genau das gleiche hat sie vorhin gemacht, als ich bei ihr war.“ Sie fingen an zu rätseln, was das zu bedeuten hatte und gingen wieder ins Schlafzimmer um auf Mary aufzupassen. Während dessen eilte Lauri die Straßen entlang auf dem Weg zu Paulis Wohnung. Er wusste ganz genau wo die WG lag, verlief sich vor Aufregung jedoch zweimal. Atemlos kam er An und drückte hektisch auf die Klingel.

Pauli sichtlich genervt von dem endlosen Gebimmel riss förmlich hektisch die Tür auf. Vor ihm stand ein aufgekratzter Lauri. Lauri stürzte an Pauli vorbei und schmiss die Tür zu. Er lies sich daran herunter sinken und schaute zu Pauli auf. „Was wird den das wenn’s fertig is?“ fragte dieser überrumpelt. „Du musst es mir erzählen..“ brachte er atemlos hervor. „Hää was, wie, was meinst du eigentlich?“ fragte dieser verdattert. Für ihn sprach Lauri nur in Rätseln. „Was hat sie dir anvertraut. Sie muss doch was gesagt haben.“ Drängelte Lauri. „Mensch kleiner nu komm ma wieder runter alles was Mary mir erzählt hat weißt du schon.“ Sagte er nun wesentlich ruhiger. „Das kann nicht sein! Aki und Eero sind so geschockt gewesen und kamen nicht mit der Sprache raus. Du musst doch irgend was wissen.“ Sagte er nun sichtlich aufgelöst. „Ich kann dir wirklich nicht weiter helfen.“ sagte Pauli. „Lauri jetzt mach dir nicht solche Sorgen wir gehen jetzt zurück zu dir und fragen sie noch mal.“ Sagte Pauli und ergriff Lauris Schulter und zog ihn mit raus. Den Rückweg legten sie im Eiltempo zurück da Lauri es unbedingt wissen wollte und deshalb rannte wie ein Irrer. Angekommen wühlte Lauri seinen Wohnungsschlüssel hervor und ging rein. Aki und Eero saßen immer noch im Schlafzimmer. Lauri zog die beiden raus auf den Flur und treckte sie in Richtung Wohnzimmer. „Hey was is denn?“ Aki machte sich frei. “Scheinst ja wieder normal zu sein also kannst du mir endlich sagen was vorhin los war!” sagte Lauri etwas ruppig. Bei Aki schien der Groschen gefallen zu sein. „Willst du’s wirklich wissen, es würde dir nur noch mehr Sorgen machen. Es reicht doch eigentlich wenn Eero und ich uns den Kopf drüber zerbrechen.“ Sagte Aki etwas vorsichtig. „Verdammt ich will es wissen, schließlich mach ich mir mehr Sorgen um sie als ihr euch denken könnt.“ Entfuhr es ihm. „Na gut wenn du meinst, das es so wichtig für dich ist.“ Sagte Eero. „Wir haben uns über ihr Verhalten gewundert, denn während sie schlief hat sie ziemlich komisches Zeugs gebrabbelt und naja....“ Aki brach ab. „Naja.. sie hat um sich geschlagen und gewimmert. Dann hat sie irgendwas von er solle sie nicht einschließen und er solle sie nicht schlagen und so geflüstert....“ Eero gingen die Worte aus, er heftete seinen Blick auf seine Schuhe. Ihm war es richtig peinlich, denn eigentlich wollte er Lauri nicht beunruhigen. Lauri schien endlich das gesagte verstanden zu haben. Er ging in sein Zimmer und setzte sich zu ihr ans Bett. Er wühlte seine Gitarre unter dem Bett hervor und begann zu spielen. In der Zwischenzeit war Mary aufgewacht. Sie hörte ihn spielen und blieb einfach liegen. Eero, Pauli und Aki wussten das es jetzt das beste war, wenn sie die beiden allein ließen. Sie verdrückten sich nach Hause. Lauri hatte seinen Kopf zurück gelehnt und ahnte, dass sie wach war. Doch er wollte es sich nicht anmerken lassen, dass er es wusste. Nach einer Weile sprach er in die entstandene Stille hinein. Es hörte sich ehr wie ein Selbstgespräch an, doch als Mary bemerkte, dass er über sie sprach, hielt sie es nicht mehr aus.

Ich lehnte mich vor und strich durch Lauris Haare. Ich rutschte vom Bett runter und setzte mich neben ihn. Ich legte meinen Kopf an seine Schulter. „Lauri, ich will euch nicht so viel Sorgen machen.“ Sagte ich. „Ach Sandy ähh Mary, kram doch nicht immer alles in dich rein. Willst du nicht mit mir reden.“ Fragte er vorsichtig. „Lauri ich würde ja so gerne, doch es ist so viel was mich belastet.“ – „Was meinst du den genau? Fang doch einfach an.“ Sagte er aufmerksam. „Einfach alles....“ sagte ich verzweifelt. Ich würde ihm so gerne alles sagen, doch wird er mich überhaupt verstehen? Diese Frage durchkreiselte meinen Kopf. „.....Weist du meine ganze Vergangenheit und jetzt die Sache mit Stephan. Ich fühl mich einfach für alles schuldig.“ „Brauchst du doch nicht.“ Tröstete er mich. „Du kannst doch bei der Sache mit Stephan nichts dafür, er war schuld, du wolltest mir doch nur helfen.“ Flüsterte Lauri in mein Ohr. „Sag mal......hast du nachts Alpträume, weil.....weil“ er stockte. Das blasse Entsetzen packte mich. Wusste er es? Diese Frage quälte mich. „Was meinst du?“ fragte ich scheinheilig. Ich wollte mir das jetzt nicht anmerken lassen. „Naja du hast geredet...und es hat sich nicht gerade schön angehört....außerdem hast du Aki fasst eine runtergehauen, als du im dich geschlagen hast.“ Sagte Lauri immer leiser werdend. „Das war nur meine Vergangenheit..“ versuchte ich abzuwiegeln. Er sollte sich nicht um mich sorgen müssen. Die Sache mit Daniel war schon so lange her. Ich schwieg. Eigentlich wollte ich mich mit dem Thema überhaupt nicht auseinander setzen.

Ich löste mich aus Lauris Umarmung und zog mich an. „Ich geh mal kurz frische Luft schnappen.“ Rief ich ihm zu. Er saß total allein gelassen auf dem Bett. Ich rannte aus dem Haus. Ich drehte mich mehrere male um, um sicher zu gehen, dass mich niemand sah, als ich mich in ein altes Lagerhaus verzog. Ich schloss die Tür und musste mich erst mal an die Dunkelheit gewöhnen. Zielstrebig lief ich zu meinem geheimen Versteck. Ich hatte es auf den Weg zu Pauli und Eeros WG gefunden. Es war ein kleines Büro. Uralt und muffig roch es dort, doch irgendwie auch nach zu hause und Geborgenheit. Ich setzte mich auf einen der uralten Stühle und heftete meine Blick auf die Decke. „Warum nur konnte ich meine Vergangenheit nicht einfach vergessen. Warum musste ich immer wieder daran erinnert werden.“ Fluchte ich vor mich hin. Es wurde Abend und ich saß immer noch hier. Es wurde langsam Zeit, das ich von hier verschwand, weil wenn es rabenschwarze Nacht um einen ist, möchte ich dann doch nicht so alleine hier sitzen, denn man konnte ja nie wissen, ob sich irgendein irrer, ausgebrochener Häftling oder so was hier rum trieb. Ich ging wieder auf die Straße. Ein Auto kam mir entgegen. „Sollte ich einfach davor springen? Dann wäre ich all meine Sorgen los und hätte Stephan seinen letzten Wunsch erfüllt.“ Schwirrte es mir durch den Kopf.

Ich lies es doch bleiben, hatte ja eh keinen Sinn, irgendwer würde mich finden und in ein so sehr von mir verhasstes Krankenhaus bringen. In diesen Momenten war mein eigentlicher Wunsch nur noch sterben. Dieses Wort lies mich nicht mehr los. Doch ich wusste ich würde den Jungs das Herz brechen.

Mittlerweile stand ich auf einer Brücke mitten im Helsinkier Stadtpark. Schade das es nur so ein kleiner Fluss war, sonst wäre ich einfach reingesprungen, vielleicht, wäre dann alles besser. Ich wusste nicht mehr was ich machen sollte. Ich ging zu Aki. Ich quälte mich die nicht enden wollende Treppe zu seiner Neubauwohnung hoch und blieb vor seiner Tür stehen. Ach er würde auch keine Zeit haben, er hatte sich bestimmt eines dieser Groupies geangelt und beglückte dieses gerade mit... weiter wollte ich gar nicht denken. Ich drehte mich auf dem Absatz um und ging. Wie von Geisterhand ging seine Wohnungstür auf. „Mary?“ rief er. So in Gedanken versunken, zuckte ich zusammen und rutschte aus. Ich viel die Treppe runter. Mein Kopf knallte gegen das Treppengeländer und mir wurde schwarz vor Augen. Aki bekam einen so großen Schreck das er wie von Sinne die Treppe runter stürzte um an meiner Seite zu sein. Eero war bei ihm zu Besuch und hatte das Gepolter gehört er kam raus. Er dachte zu träumen, als er den verzweifelten Aki da unten neben mir hocken sah. Er machte sich schrecklich Vorwürfe. Eero rief einen Arzt, denn der Blutfleck an meinen Kopf schien sich rapide zu vergrößern. Er kam runter und kümmerte sich um mich. Nebenbei beruhigte er den komplett aufgelösten Aki.

Als der Notarzt da war, verfrachtete man mich ins Krankenhaus. Aki bekam eine Beruhigungsspritze und lag nun schlafend oben auf seinem Sofa. Eero benachrichtigte die andern und fuhr dann mit ins Krankenhaus.

Alle saßen um mein Bett herum und warteten gespannt und hilflos auf den Moment in dem ich wieder zur Besinnung kommen würde. Eero hielt meine Hand. Aki war in Selbstmitleid versunken und kauerte hab flennend auf einem Stuhl. Pauli war damit beschäftigt ich wieder ruhig zu kriegen. Langsam begannen sich die Konturen zu festigen, als ich die Augen aufschlug. „Eero?“ ich schaute ihn an. Dann bemerkte ich den sterilen Geruch der in der Luft hing. ‚Nein bitte kein Krankenhaus’ dachte ich. Ich versuchte mich auf zu setzten. Doch alles drehte sich und ich sank kraftlos zurück in die Kissen. „Nicht...“ Eeros stimme hörte sich verzweifelt an. Er schüttelte mit dem Kopf. Erst jetzt bemerkte ich den Verband um meinen Kopf. Fragend schaute ich in die Runde. „Brauchst dir keinen Kopf darüber zu machen, was passiert ist.“ Sagte Lauri und setzte sich auf die Bettkante. Ich weiß eh nichts mehr. Aki schien wieder normal zu sein und gab mit einem Handzeichen zu verstehen, dass er mit mir allein sein wollte. Die anderen verließen den Raum. „Bis morgen!“ sagten sie. Oh nein Leute da habt ihr euch getäuscht. Ich werde hundertpro nicht in diesem grauenhaften Krankenhaus bleiben. Aki begann stotternd an mit erzählen. Er sagte das ihm das alles ehr Leid tut und das er nicht wollte, das ich mich so sehr erschrecke und so. Ich unterbrach ihn in seinem Gebrabbel. Ich zog ihn zu mir ran und gab ihm eine Kuss. Er hatte sich hier um Kopf und Kragen geredet. Er schien überrascht zu sein, doch dann erwiderte er den Kuss. Ich wollte meinen Aki gar nicht mehr loslassen. Aki wusste, das er das eigentlich nicht tun sollte, doch sie war einfach zu göttlich. Sie war ein zartes Wesen seine Mary und wenn es nach ihm ginge würde er sie gleich mit nach Hause nehmen. Die Schwester schaute rein. Sie wollte die beiden ja nicht unterbrechen, doch sie musste schließlich ihrer Arbeit nachgehen. „Entschuldigung..“ machte sie sich bemerkbar. „Ich muss ihnen leider mitteilen, dass die Besuchszeit zu Ende ist und sie jetzt gehen müssen.“ Sagte sie mit Schulmädchenstimme. Aki löste sich von mir und versprach am nächsten Tag so schnell wie möglich wieder zu kommen. Nachdem diese Tussi dann abgezogen war. Begann ich hibbelig zu werden. Ich musste raus hier ,egal wie, aber dieses Krankenhaus machte mich verrückt. Diese ständige gepippse von dem Tropf neben mir ging mir gehörig auf den Keks. Mein einziger Gedanke war nur noch raus hier. Wütend riss ich diese schreckliche Nadel aus meinem Arm. Es tat höllisch weh, aber den Schmerz nahm ich gar nicht wahr. Ich zog mich an und schlich mich aus der Tür. Meine Beine hätten in diesem Augenblick mit einem Pudding wett wackeln machen können. Um mich herum drehte sich alles, doch ich versuchte, dass zu ignorieren. Als ich auf dem Gang war, war zum Glück keine Schwester in Sicht. Die vertrieb sich die Zeit bestimmt auf dem Klo, wo sie den Chefarzt knallte.

Auf ein mal drang Lauris Stimme an mein Ohr. Genau in diesem Augenblick färbte sich meine Sicht abermals schwarz. Ich sank auf die Knie. Lauri eilte zu mir und fing mich auf. Er trug mich zurück in mein Krankenzimmer und legte mich aufs Bett. Er drückte die Klingel und wartete darauf, dass die Schwester kam. Nach ein paar Minuten erschien diese mit zerwühlten Haaren und ihren Rock glättend in der Tür und fragte genervt was er denn wolle. Lauri erklärte dieser penetranten Tussi die Lage und sie verarztete mich wieder und stach mir zum zweiten mal diese eklige Nadel in den Arm. Ich verzog mein Gesicht. Langsam aber sicher realisierte ich wieder alles. Lauri saß mit dem Kopf auf den Händen an meinem Bett. „warum tust du mir das an...“ heulte er. „Aki..“zu mehr war ich nicht fähig.

Na toll, der Arsch soll hier sein. Hat sie sich doch für ihn entschieden. Dachte er und ging ohne jedes weitere Wort. Hatte ich mal wieder alles kaputt gemacht, schwirrte es mir durch den Kopf. Mit Tränen in den Augen schlief ich ein.

Lauri ging direkt zu Aki. Wutentbrannt riss er die Wohnungstür auf und stürzte sich auf den perplexen Aki. „DU ARSCHLOCH!“ brüllte er ihn an. „IMMER MUSST DU ALLES KAPUTT MACHEN!!!“ schnauzte Lauri ihn an. Aki wich seiner Faust aus. Was wollte er denn von ihm. Hatte er irgendwas falsch gemacht? „Scheiße jetzt habe ich zu viel gegrübelt.“ Murmelte er sich die Nase haltend. Lauris Faust hatte dies gerade platt gemacht. Super. Der entstandene Schmerz machte ihn wehrlos. Lauri hatte seine Nase zu Brei gehauen. Ihm lief das Blut den Mundwinkel entlang und tropfte auf sein schönes neues Shirt. Nun wurde er wütend und verpasste Lauri ein blaues Auge. „Lass mich in Ruhe !“ schnauzte er zurück. Zu spät schon hatte Lauri ihm eine in den Magen gerammt. Wie ein wild gewordener Elch wütete er durch Akis Wohnung und schlug ab und zu noch auf ihn ein. Aki flüchtete. Mit seiner zermatschten Nase fuhr er zur Notaufnahme. Natürlich sollt er gleich da bleiben. Man verlegte ihn zu Mary ins Zimmer. Gerade als er reinkam, konnte er seinen Augen nicht trauen. Da lag sie seine Mary mit leblos aufgerissenen Augen. Ihr Bettlaken war durchtränkt von Blut. „NEIN!!!“ Aki schrie wie ein wildgewordener Affe das halbe Krankenhaus zusammen. Sofort stürzten zwei Ärzte und eine Krankenschwester an ihm vorbei ins Zimmer. Doch es war zu spät. Aki ging mit nicht enden wollenden Tränen zu ihr. Ein letztes mal nahm er sie in den Arm. Auf ihren Nachttisch lag ein Brief. Er war an ihn gerichtet. Eero und Pauli kamen später zu ihm. Beide konnten nicht glaube was passiert war, denn Mary war nicht die einzige die sich umgebracht hatte. Die beiden mussten dem so schon aufgelöstem Aki auch noch berichten, das Lauri sich nach dem Streit von einer Brücke gestürzt hatte. Pauli hatte versucht ihn davon abzuhalten, doch es war zu spät gewesen. Nun hatte The Rasmus keinen Sänger mehr und keinen Drummer mehr. Aki war von diesem Tag an zu verstört um sich ruhig hinter die Drums setzen zu können. Zusammen gingen sie Marys Abschiedsbrief durch. Er enthielt auch einen Songtext. Er hieß ‚Guilty’. Sie kannten ihn zu gut, denn Lauri hatte ihn geschrieben. Mary hatte einen unfassbaren Grund für ihren Freitod angegeben. Alle drei wollten es nicht glauben, denn in ihrem Abschiedbrief hatte sie das Geheimnis um ihre Vergangenheit gelüftet. Außerdem entschuldigte sie sich bei ihnen dafür, dass sie ihnen so viel Kummer gemacht hatte.

Das Geheimnis war so simpel gewesen. Ihr Exfreund hatte sie geschlagen und eingeschlossen und das schlimmste war, das sie ihn trotzdem liebte. Nachdem er sich tot gefahren hatte, war sie komischer Weise glücklich gewesen. Doch war das nicht alles. Laut ihrer Aussage hatte ihr Ex verblüffende Ähnlichkeit mit Lauri gehabt und war seelisch eine Kopie von Aki gewesen. Die drei verstanden das ganze durcheinander, aber konnten es trotzdem nicht glaube, das jemand so zärtliches an seiner eigenen Zerrissenheit zu Grunde gegangen war.

 

Nach diesen Schicksalsschlägen gab es The Rasmus natürlich nicht mehr. Seit dem wohnen Aki, Pauli und Eero zusammen. Auf der Beerdigung der beiden waren sie die einzigen Gäste. Sie hatten die beiden zusammen beerdigt, denn auf ihrem Grabstein standen die wundersamen Worte:

„eure Seelen kannten sich schon und treffen sich doch wieder“

Aki brach schluchzend vor dem Grab nieder und Eero spendete ihm Trost. Pauli war stumm wie ein Fisch. Eero war als einziger noch ausgeglichen. Er passte nun immer auf, dass keiner der beiden Scheiße baute, denn nach dem sie alle ihre zwei wichtigsten Personen verloren hatten, konnte man nie wissen ob sich einer von ihnen die Schuld daran gab. Aki selbst war nun mehr in sich gekehrt, Frauen ließ er nur noch selten an sich ran. Denn er trauerte Mary nach. Pauli selbst band sich an Eero, er ging nur selten aus und versumpfte vor Trauer. Eero meditierte öfter als vorher und war nun noch introvertierter. Kurz um die 3 waren nur noch für einander da, Doch ihrer Seelen weinten bis zu ihrem eigenen Ende. Keiner der drei kam je über den Tod der beiden hinweg

 

Ich sah nur noch weißes Licht und dann sah ich IHN.

Lauri spürte das kalte Wasser und spürte wie es in seinen Lungen brannte. Ihn umfasste die Dunkelheit. Er trat hinaus in ein Meer aus Wolken und dann sah er sie. Unsere Seelen hatten sich wieder gefunden. Im Himmel war doch alles möglich. Selbst wenn wir Tod waren, wurden wir hier doch noch glücklich. Oft wanderten wir zum Brunnen der Seelen und schauten in die unendliche Tiefe. Tagtäglich verfolgten wir das Leben von Aki, Pauli und Eero. Wir waren froh, dass sie die Hoffnung nicht aufgaben. Eines Tages würde sich das Himmelstor auch für sie öffnen und wir würden alle wieder zusammen sein. Bis diese Zeit gekommen war klammerten ich und Lauri uns aneinander. Die Zwischenwelt in der wir lebten war ja noch nicht der Himmel aber ehe unsere Freunde nicht hier waren wichen wir nicht von der Stelle.

 

-----Zich Jahre später------

 

Das Tor zwischen den Welten öffnete sich und Aki, Eero und Pauli traten hindurch. Die drei waren durch einen unglücklichen Zufall bei einem Autounfall ums Leben gekommen. Wir sahen uns endlich alle wieder. Wir umarmten einander und nun konnte der Tod kommen. Wir fassten uns an den Händen und traten in die tiefen Wasser des Brunnen der Seelen. Nun waren wir bereit wiedergeboren zu werden.. Zusammen traten wir in den Brunnen der Seelen.

 

::::_-THE END-_::::

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